Kulinarischer Alicante-Guide

Wo man in Alicante essen kann und was man probieren sollte

Reisgerichte, Salazones, frischer Fisch, Tapas und Tische mit Blick aufs Mittelmeer: In Alicante kommt es ebenso darauf an, was man bestellt, wie darauf, wo man sich hinsetzt.

Wo man in Alicante essen kann und was man probieren sollte

Alicante entdeckt man auch am Esstisch

Alicante entdeckt man mit Blick aufs Meer – aber ebenso am Esstisch. Die Küche hier trägt das goldene Leuchten des Reises, den Duft frisch zubereiteten Fischs, die salzige Intensität von Konserven und eingesalzenen Meeresspezialitäten und jene typisch mediterrane Art zu essen, bei der man Gerichte miteinander teilt und das Gespräch immer länger wird. Die Küche Alicantes wirkt zunächst unkompliziert, bis man genauer hinschaut. Reis ist nicht einfach nur „Paella“, der Fisch richtet sich nach Saison und Marktangebot, und ein Essen mit Blick aufs Mittelmeer kann entweder ein wunderbares Erlebnis sein oder mit einer überraschend hohen Rechnung für ziemlich durchschnittliches Essen enden. Wer in Alicante gut essen möchte, sollte daher nicht unbedingt dem meistfotografierten Restaurant hinterherlaufen. Entscheidend ist vielmehr, zu wissen, was man bestellen sollte, wo sich die Suche lohnt und wann es sinnvoll ist, sich ein paar Straßen von den touristischsten Gegenden zu entfernen.

  • Nicht jedes mediterrane Reisgericht ist Paella: Nach der Spezialität des Hauses zu fragen, ist meist die bessere Strategie.
  • Salazones, Fisch des Tages und kleine Gerichte bieten einen guten Einstieg in lokalere Aromen.
  • Essen mit Meerblick kann sich wegen der Atmosphäre lohnen, doch das beste Essen findet man nicht automatisch direkt am Wasser.
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    Was man in Alicante essen sollte: die Gerichte, die die lokale Küche am besten erklären

    Wer die Küche Alicantes verstehen möchte, sollte über eine einzelne Spezialität hinausblicken. Reis steht im Mittelpunkt, doch Salazones, Fisch, Meeresfrüchte und Tapas vervollständigen eine Küche, die tief mit dem Mittelmeer verbunden ist.

    Reisgerichte: weit mehr als Paella

    Wenn du während deiner Reise nur ein einziges kulinarisches Erlebnis auswählst, sollte es wahrscheinlich Reis in den Mittelpunkt stellen.

    In Alicante gibt es zahlreiche Zubereitungsarten: trockene Reisgerichte, cremigere Varianten, Reis in Brühe sowie Gerichte mit Fisch, Meeresfrüchten, Gemüse oder Fleisch. Zu den eng mit der Küste verbundenen Spezialitäten gehört auch Arroz a banda, ein Gericht aus der traditionellen Seefahrerküche, bei dem Fisch und Fischfond ebenso wichtig sind wie der Reis selbst.

    Von einer Vorstellung sollte man sich schon vor dem Hinsetzen verabschieden: Nicht jedes mediterrane Reisgericht ist eine Paella.

    Nach der Spezialität des Hauses zu fragen, ist meist die bessere Strategie, als automatisch das bekannteste Gericht zu bestellen. Restaurants, die wirklich guten Reis zubereiten, betrachten ihn in der Regel als zentralen Bestandteil ihrer Küche und nicht als Beilage oder Touristengericht.

    Und noch etwas ist wichtig: Guter Reis braucht Zeit. Alicante genießt man am besten, wenn das Mittagessen nicht zwischen zwei Besichtigungen gequetscht wird und ständig die Uhr im Nacken sitzt.

    Frag nach dem empfohlenen Reisgericht des Hauses und plane genug Zeit für ein entspanntes Mittagessen ein.

    Gesalzene und luftgetrocknete Meeresspezialitäten: die ältesten und salzigsten Aromen

    Mojama, getrockneter Fischrogen und andere Salazones gehören zu einer tief verwurzelten mediterranen Tradition. Ihre Aromen sind konzentriert, intensiv und vom Meer geprägt – besonders spannend für alle, die etwas Lokaleres probieren möchten als die üblichen spanischen Tapas.

    Sie werden nicht jedem schmecken. Ihre Intensität kann überraschen, wenn man einen milden und feinen Fischgeschmack erwartet.

    Gerade deshalb lohnt es sich, sie zunächst in kleinen Mengen und zusammen mit anderen Vorspeisen zu probieren. Sie sind eine Möglichkeit, einer Küche näherzukommen, die lange existierte, bevor Alicante zur Stadt der Straßencafés, Billigflüge und Ferien am Meer wurde.

    Fisch und Meeresfrüchte

    Durch die Nähe zum Mittelmeer spielen Fisch und Meeresfrüchte auf vielen Speisekarten ganz selbstverständlich eine wichtige Rolle.

    Hier lohnt es sich, Empfehlungen anzunehmen und nachzufragen, welches Produkt an diesem Tag besonders gut ist. Der teuerste Fisch ist nicht automatisch der interessanteste, und eine riesige Meeresfrüchteplatte garantiert noch lange kein unvergessliches Essen.

    Eine einfache Zubereitung kann das Mittelmeer manchmal besser vermitteln als eine allzu aufwendige Präsentation.

    Tapas und kleine Gerichte

    Tapas sind besonders praktisch, wenn man mehrere Dinge probieren möchte, ohne aus jeder Mahlzeit ein langes Ereignis zu machen.

    In Alicante findet man sowohl spanische Klassiker als auch Produkte und Gerichte, die stärker mit der ostspanischen Mittelmeerküste verbunden sind: Ensaladilla, Sepia, Calamari, Sardellen, Salazones, Fisch, Montaditos und kleine Gerichte, die je nach Lokal wechseln.

    Dieses Format eignet sich ideal für den ersten Abend, wenn man den Rhythmus der Stadt gerade erst kennenlernt.

    Die besten Gegenden zum Essen in Alicante

    Wo man isst, beeinflusst Atmosphäre, Bequemlichkeit und häufig auch den Preis. Zentrum, Altstadt und die Straßen rund um den Mercado Central bieten jeweils eine andere Art, Alicante kulinarisch zu erleben.

    Traditionelles Zentrum: praktisch und abwechslungsreich

    Im Zentrum gibt es eine große Auswahl an Restaurants, Bars und Terrassen. Das ist besonders praktisch, wenn du die Stadt besichtigst und zum Essen keine langen Wege zurücklegen möchtest.

    Der Vorteil ist die große Auswahl. Der Nachteil ist genau derselbe.

    Zwischen interessanten Adressen finden sich auch Lokale, deren größte Stärke darin besteht, an einer stark frequentierten Straße zu liegen. Eine volle Terrasse ist nicht automatisch ein Zeichen für außergewöhnlich gutes Essen.

    Es lohnt sich, die Speisekarte in Ruhe anzusehen und bei extrem langen Karten skeptisch zu werden, die scheinbar die gesamte spanische Küche gleichzeitig abdecken wollen.

    Eine volle Terrasse und eine endlose Speisekarte sind allein noch kein Zeichen für außergewöhnlich gutes Essen.

    Altstadt: Atmosphäre ohne Garantie

    Die Straßen rund um die historische Altstadt gehören zu den schönsten Gegenden für ein Abendessen. Wenn es dunkel wird, verändern die hellen Fassaden ihre Farbe, die Lichter gehen an und die Tische breiten sich zunehmend auf den Straßen aus.

    Die Gegend eignet sich hervorragend, um Abendessen und Spaziergang miteinander zu verbinden.

    Ihre besondere Atmosphäre zieht jedoch auch viele Besucher an, weshalb man hier etwas sorgfältiger auswählen sollte. Für die Lage zu bezahlen, ist nicht grundsätzlich ein Problem – schließlich gehört eine schöne Terrasse ebenfalls zum Reiseerlebnis –, solange man sich dessen bewusst ist.

    Altstadt: Atmosphäre ohne Garantie

    Mercado Central und Umgebung: das alltägliche Alicante

    Wer verstehen möchte, was eine Stadt wirklich isst, erfährt auf ihren Märkten oft mehr als in ihren elegantesten Restaurants.

    Die Gegend rund um Alicantes Mercado Central bringt Besucher unmittelbar mit den Produkten in Kontakt: Fisch, Obst, Gemüse, Wurstwaren, Konserven, Salazones und andere Zutaten, die helfen, die lokale Küche besser zu verstehen.

    Auch für Frühstück, einen Aperitif oder ein unkompliziertes Mittagessen ist die Umgebung interessant.

    Man muss den Markt nicht in eine Touristenattraktion verwandeln. Am besten geht man in Ruhe hindurch, beobachtet das Geschehen und erinnert sich daran, dass er vor allem ein Ort des alltäglichen Lebens geblieben ist.

    Wo man in Alicante günstig essen kann

    In Alicante kann man auch mit einem vernünftigen Budget gut essen, solange nicht jede Mahlzeit Meerblick haben muss.

    Nachbarschaftsbars, Lokale in Marktnähe, Bäckereien, kleine Tapasbars und Mittagsmenüs bieten häufig ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis als Restaurants in den touristischen Spitzenlagen.

    Auch eine sehr mediterrane Strategie funktioniert gut: das Mittagessen zur Hauptmahlzeit des Tages machen und abends etwas Leichteres essen.

    Schon ein paar Straßen Abstand von den wichtigsten touristischen Achsen vergrößern meist die Auswahl. Das bedeutet allerdings nicht, dass alles im Zentrum schlecht und jedes versteckte Lokal automatisch authentisch ist. Diese Gleichung wäre viel zu einfach.

    Auch in einer ruhigen Seitenstraße kann ein mittelmäßiges Restaurant liegen.

    Essen mit Meerblick: Lohnt es sich?

    Ja – allerdings sollte man wissen, wofür man bezahlt.

    Am Mittelmeer zu sitzen und dabei zuzusehen, wie sich das Licht verändert, hat einen Wert, der nicht auf dem Teller liegt. Im Urlaub gehört schließlich auch die Umgebung zum Erlebnis.

    Problematisch wird es erst, wenn Meerblick automatisch mit guter Küche gleichgesetzt wird.

    In stark touristischen Gegenden bezahlt man häufig mehr für Lage, Terrasse und Nachfrage. Wenn du ein besonderes Essen vor allem wegen der Atmosphäre suchst, kann sich das durchaus lohnen. Wenn die Küche für dich absolute Priorität hat, solltest du vorher vergleichen und auch Restaurants ein paar Straßen weiter im Landesinneren berücksichtigen.

    Eine gute Lösung besteht darin, sich bewusst eine Mahlzeit direkt am Meer für das Erlebnis zu gönnen und bei den anderen weniger offensichtliche Gegenden zu erkunden.

    Gönn dir eine Mahlzeit direkt am Meer für die Atmosphäre und vergleiche für die übrigen Essen auch Adressen einige Straßen weiter im Landesinneren.

    Wie man beim Essen in Alicante Touristenfallen vermeidet

    Der häufigste Fehler besteht darin, ein Restaurant nur deshalb auszuwählen, weil es direkt neben einer Sehenswürdigkeit, einem Strand oder einer stark frequentierten Straße liegt.

    Vorsicht ist auch bei endlosen Speisekarten geboten, die gleichzeitig Reisgerichte, Burger, Pizza, Fleisch, Fisch, Tapas und eine komplette Auswahl internationaler Gerichte anbieten. Extreme Vielfalt ist nur selten ein Zeichen für besondere Spezialisierung.

    Ein weiterer Fehler ist es, einfach nach „Paella“ zu suchen, ohne zwischen verschiedenen Reisgerichten zu unterscheiden. Wenn du die Küche Alicantes kennenlernen möchtest, solltest du fragen, welches Reisgericht das Haus empfiehlt.

    Und beurteile ein Lokal nicht ausschließlich nach seinem Erscheinungsbild. Manche schlicht eingerichteten Bars servieren hervorragendes Essen, während einige wunderschön gestaltete Restaurants kulinarisch ziemlich schnell in Vergessenheit geraten.

    Wo sollte man essen, wenn man als Paar, mit der Familie oder mit kleinem Budget reist?

    Als Paar funktionieren ein ruhiges Abendessen in der Altstadt oder ein Mittagessen in Meeresnähe besonders gut. Alicante bietet genügend Licht, Terrassen und Abendstimmung, damit allein die Umgebung für Atmosphäre sorgt, ohne dass man dafür Luxus suchen muss.

    Mit Kindern lassen sich Reisgerichte, einfach zubereiteter Fisch, Kroketten, Tortillas und Tapas problemlos teilen. Für Familien sind geräumigere Lokale oft angenehmer, und die vollsten Essenszeiten sollte man nach Möglichkeit vermeiden.

    Mit kleinem Budget suche nach einfachen Frühstücksmöglichkeiten, Bars, die auch von Einheimischen besucht werden, Märkten und günstigen Mittagsangeboten. Man muss nicht jeden Tag direkt am Meer essen, um Alicantes Küche zu genießen.

    Für kulinarisch interessierte Reisende gilt: Beschränke dich nicht auf die bekannten Tapas. Entdecke die verschiedenen Reisgerichte, probiere Salazones, frage nach dem Fisch des Tages und widme mindestens eine Mahlzeit einem Restaurant, das sich auf mediterrane Küche oder Reisgerichte spezialisiert hat.

    Wie sich das Erlebnis je nach Jahreszeit verändert

    Im Sommer isst Alicante draußen. Terrassen, Meer und lange Abende gehören zum Erlebnis, gleichzeitig kommen jedoch mehr Besucher in die Stadt und der Andrang in den Lokalen an der Küste nimmt zu.

    Für ein besonderes Essen kann es daher sinnvoll sein, einen Tisch zu reservieren.

    Außerhalb der stärksten Reisemonate fühlt sich alles oft entspannter an. Man muss sich weniger um Öffnungszeiten und freie Tische bemühen und kann leichter jenes Alicante wahrnehmen, das weiterisst, wenn die Badeanzüge längst von den Stränden verschwunden sind.

    Auch im Winter verändert sich der Appetit. Ein heißes Reisgericht oder ein ausgedehntes Mittagessen bekommt einen ganz anderen Charakter, wenn das Mittelmeer nicht mehr nur als sommerliche Kulisse dient.

    Lohnt sich Alicante als Reiseziel für Feinschmecker?

    Ja, besonders wenn man versteht, worin Alicante wirklich gut ist.

    Man muss die Stadt nicht zur großen gastronomischen Hauptstadt erklären. Ihr Reiz liegt in etwas viel Grundsätzlicherem: Reis, Meer, mediterrane Produkte, Salazones, Fisch, Märkte und eine Esskultur ohne allzu viel Förmlichkeit.

    Enttäuscht sein könnte, wer erwartet, dass jedes Restaurant am Strand außergewöhnlich ist oder dass die lokale Küche lediglich aus riesigen Meeresfrüchte-Paellas besteht.

    Alicante belohnt vielmehr Reisende, die nachfragen, vergleichen und bereit sind, ein paar Straßen abseits der offensichtlichsten Routen zu gehen.

    Denn vielleicht steht der beste Tisch der Reise weder unter einer weißen Tischdecke noch vor einer spektakulären Aussicht. Vielleicht ist es einfach ein Reisgericht, das noch brutzelnd auf den Tisch kommt, ein paar dünne Scheiben Mojama, ein Fisch ohne unnötige Spielereien und ein Gespräch, das immer länger dauert, während ein paar Straßen weiter das Mittelmeer die Stadt weiterhin in Licht taucht.

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