Kann man in Benidorm gut essen?
Ja, allerdings schwankt die Qualität deutlich.
Dank des enormen Tourismusangebots findet man praktisch alles: mediterrane und valencianische Küche, Tapas, Reisgerichte, Fisch, Burger, asiatische Restaurants, italienische, britische und internationale Küche. Diese Vielfalt ist besonders für Familien oder Gruppen mit unterschiedlichen Vorlieben praktisch.
Der Nachteil liegt genau in diesem Überangebot. In den touristischsten Gegenden gibt es Lokale, deren größter Vorteil ihre Lage ist und nicht unbedingt ihre Küche. Eine volle Terrasse direkt am Meer kann angenehm sein, doch eine schöne Aussicht ist keine Garantie dafür, dass auch das Essen überzeugt.
Wer ein persönlicheres kulinarisches Erlebnis sucht, sollte deshalb hin und wieder die Strandpromenade verlassen und ein paar Straßen ins Stadtinnere gehen.
Was man in Benidorm essen sollte, um seine mediterrane Seite kennenzulernen
Reisgerichte: weit mehr als nur Paella.
Benidorm liegt in einer Provinz, in der Reis fest zur kulinarischen Identität gehört. Deshalb lohnt es sich, über das Wort „Paella“ hinauszuschauen.
Je nach Restaurant und Saison stehen trockene, cremige oder eher suppige Reisgerichte auf der Karte, zubereitet mit Fisch, Meeresfrüchten, Gemüse oder Fleisch.
Ein wichtiger Punkt: Guter Reis braucht Zeit. Manche Restaurants bereiten entsprechende Gerichte nur auf Vorbestellung zu oder verlangen eine Mindestanzahl an Personen. Wenn ein Reisgericht einer der Hauptgründe für den Restaurantbesuch ist, sollte man am besten vor dem Hinsetzen nachfragen.
Fisch und Produkte aus dem Mittelmeer.
Die Nähe zum Meer zeigt sich auf vielen Speisekarten, auch wenn das nicht bedeutet, dass jeder in Benidorm servierte Fisch zwangsläufig aus der Region stammt.
Bevor man Fisch oder Meeresfrüchte bestellt, deren Preis nach Gewicht oder Tagespreis berechnet wird, sollte man kurz nachfragen, wie sich der Endpreis zusammensetzt. Eine einfache Frage kann unangenehme Überraschungen vermeiden, wenn die Rechnung kommt.
Tapas und kleine Gerichte.
Eine der angenehmsten Möglichkeiten, in Benidorm zu essen, besteht darin, für einen Abend auf die klassische Abfolge von Vor- und Hauptspeise zu verzichten.
Mehrere Tapas zu teilen, ermöglicht es, mehr Geschmacksrichtungen auszuprobieren, und macht das Abendessen unkomplizierter. Außerdem bietet es sich an, das Lokal zwischendurch zu wechseln und unterschiedliche Atmosphären kennenzulernen.
Die Altstadt und das Tapas-Viertel
Zwischen den Stränden Levante und Poniente verändert sich in der Altstadt von Benidorm das Stadtbild. Die großen Straßen weichen schmaleren Gassen, Terrassen, kleinen Plätzen und Fassaden, die daran erinnern, dass Benidorm vor seinem Aufstieg zur großen Touristenmetropole einmal ein wesentlich kleinerer Mittelmeerort war.
Die Altstadt gehört außerdem zu den interessantesten Gegenden für Tapas und spanische Küche.
Rund um das umgangssprachlich als „Baskenviertel“ bekannte Gebiet liegen zahlreiche Bars, in denen man zu einem Getränk Pintxos und kleine Portionen bestellen kann. Die Atmosphäre ist dabei oft genauso wichtig wie das Essen: Menschen kommen und gehen, auf der Straße wird geredet, und die Bartheken laden eher zum Probieren und Weiterziehen ein als dazu, den ganzen Abend am selben Tisch zu verbringen.
Nicht jedes Lokal bietet die gleiche Qualität, doch für alle, die der klassischen Touristenrestaurant-Erfahrung entkommen möchten, ist diese Gegend eine interessante Alternative.
Wo kann man in Benidorm günstig essen?
Auch mit kleinerem Budget lässt sich in Benidorm gut essen. Die erste Reihe am Strand ist allerdings meist nicht der beste Ort, um das optimale Preis-Leistungs-Verhältnis zu finden.
Schon ein paar Straßen Abstand von der Promenade können einen deutlichen Unterschied machen. Tagesmenüs, von Einheimischen besuchte Bars, Bäckereien, kleine Imbisse und Lokale abseits der stärksten Touristenströme erweitern die Auswahl oft erheblich.
Es lohnt sich außerdem, sich vor dem Betreten eines Restaurants kurz umzusehen.
Ein volles Restaurant ist nicht automatisch gut, aber ein Blick auf die Gäste kann Hinweise geben. Wenn Stammgäste, Familien aus der Umgebung oder Menschen, die in der Nähe arbeiten, an den Tischen sitzen, gibt es meist einen Grund dafür, dass sie wiederkommen.
Märkte und lokale Produkte
Ein Marktbesuch eröffnet einen anderen Blick auf eine Stadt. Obst, Gemüse, Oliven, Wurstwaren, Fisch und alltägliche Lebensmittel erzählen eine andere Geschichte von Benidorm: die einer Stadt, in der hinter Hotels und Ferienwohnungen auch Tausende Menschen ganz normal ihren Alltag leben.
Wer in einem Apartment übernachtet, kann außerdem ein paar Produkte einkaufen und selbst eine einfache Mahlzeit zubereiten. Nach mehreren Tagen mit Restaurantbesuchen kann das eine willkommene Abwechslung sein.
Essen in Benidorm mit Kindern
Aus kulinarischer Sicht ist Benidorm für Familien relativ unkompliziert. Das Angebot ist so groß, dass sich normalerweise auch für Kinder etwas findet, die beim Essen weniger experimentierfreudig sind.
Die belebtesten Restaurants können allerdings laut sein, und die Terrassen im Zentrum füllen sich zu den Stoßzeiten besonders schnell.
Mit kleinen Kindern ist es daher oft angenehmer, Mittag- oder Abendessen etwas vorzuziehen und die vollsten Zeiten zu vermeiden.

Ein besonderes Abendessen zu zweit
Für einen ruhigen Abend zu zweit bietet die Strandpromenade einen schwer zu bestreitenden Vorteil: Wenn der Tag zu Ende geht und das Mittelmeer sein intensives Blau verliert, kann ein Abendessen direkt am Meer besonders schön sein.
Allerdings sollte man sorgfältig auswählen.
In Benidorm gehen Lage und gastronomische Qualität nicht immer Hand in Hand. Wenn das Essen im Mittelpunkt steht, lohnt es sich, auch Restaurants abseits der Promenade zu vergleichen. Wenn dagegen der Meerblick Priorität hat, kann es durchaus sinnvoll sein, für die Lage etwas mehr zu bezahlen.
Es sind unterschiedliche Erlebnisse, und keines davon ist zwangsläufig schlechter, solange man weiß, was man sucht.
Häufige Fehler bei der Restaurantwahl
Der erste besteht darin, sich einfach in das sichtbarste Restaurant zu setzen, nur weil es direkt am Strand liegt.
Der zweite ist die Annahme, eine riesige Speisekarte sei automatisch ein Vorteil. Wenn ein Restaurant Dutzende Gerichte aus völlig unterschiedlichen Küchen anbietet, darf man sich durchaus fragen, wie viel davon tatsächlich mit Sorgfalt frisch zubereitet werden kann.
Vorsicht ist außerdem bei Speisekarten angebracht, die bei Zuschlägen, nach Gewicht berechneten Produkten oder besonderen Bedingungen für bestimmte Gerichte nicht eindeutig sind.
Und ein weiterer Fehler ist an der Küste besonders verbreitet: eine Paella zu bestellen und automatisch ein außergewöhnliches Erlebnis zu erwarten. Das Wort „Paella“ auf einer touristischen Speisekarte ist keine Qualitätsgarantie.
Sollte man touristische Restaurants meiden?
Nicht unbedingt.
„Touristisch“ bedeutet nicht automatisch schlecht. Es gibt Restaurants in stark besuchten Gegenden, die solide Arbeit leisten, und andere, deren größter Vorteil schlicht darin besteht, dort zu liegen, wo jeden Tag Tausende Menschen vorbeikommen.
Entscheidend ist, die Erwartungen richtig einzuordnen.
Ein Restaurant direkt am Levante-Strand bietet vielleicht nicht das unvergesslichste Essen der Reise, ermöglicht aber nach einem langen Strandtag ein bequemes Abendessen mit Blick aufs Meer. Auch das hat seinen Wert.
Problematisch wird es, wenn man glaubt, für ein gastronomisches Erlebnis zu bezahlen, obwohl man in Wirklichkeit vor allem für die Lage zahlt.
Wie sich das Erlebnis je nach Jahreszeit verändert
Im Sommer läuft Benidorm in einem anderen Rhythmus. Die Terrassen sind voll, es wird lauter, und für einen Tisch in bestimmten Restaurants ist möglicherweise etwas mehr Planung nötig.
Außerhalb der Monate mit der höchsten Nachfrage ist Essen gehen deutlich entspannter. Man hat mehr Auswahl bei den Tischen und kann in Ruhe durch die Straßen gehen, ohne unter Zeitdruck nach einem Restaurant fürs Abendessen suchen zu müssen.
Dafür reduzieren manche Betriebe in ruhigeren Zeiten ihre Öffnungszeiten oder schließen vorübergehend. An bestimmten Terminen lohnt es sich deshalb, vorher zu prüfen, ob ein Restaurant tatsächlich geöffnet ist, bevor man eigens dorthin fährt.
Also: Wo lohnt es sich in Benidorm zu essen?
Darauf gibt es keine einzige Antwort.
Für einen Tapas-Abend bietet die Altstadt Atmosphäre und Vielfalt. Wer mediterrane Küche kennenlernen möchte, sollte nach Restaurants suchen, die auf Reisgerichte und Meeresprodukte spezialisiert sind. Wer sparen möchte, geht am besten ein wenig aus den touristischsten Gegenden heraus. Und für ein romantisches Abendessen kann eine Terrasse mit Blick aufs Mittelmeer durchaus rechtfertigen, der Lage ebenso viel Gewicht zu geben wie der Küche.
Die wahrscheinlich beste kulinarische Strategie in Benidorm besteht darin, nicht jeden Tag im gleichen Benidorm zu essen.
An einem Abend direkt am Meer. Am nächsten zwischen Tapas-Bars und engen Gassen. Ein Mittagessen ganz in Ruhe rund um ein gutes Reisgericht. Vielleicht auch einmal eine einfache Mahlzeit mit Produkten vom Markt.
Denn hinter Neonlichtern, Hotels und vollen Stränden gibt es noch immer einen mediterranen Geschmack zu entdecken. Er findet sich nur nicht immer auf dem Tisch, der der Strandpromenade am nächsten steht.
Manchmal muss man ein paar Straßen weitergehen, um ihn zu finden.


