Sicherheit in Busan: Ist die Stadt gefährlich?
Keines der wichtigsten Touristenviertel Busans kann grundsätzlich als No-go-Area bezeichnet werden. Haeundae, Gwangalli, Seomyeon, Nampo, Jagalchi und die Umgebung des Hauptbahnhofs werden täglich von Tausenden Einheimischen und Besuchern frequentiert.
Das häufigste Risiko ist normalerweise kein gewaltsamer Überfall, sondern eine Reihe kleiner Unachtsamkeiten: das Handy in einem vollen Lokal auf dem Tisch liegen lassen, die Tasche auf einem Markt aus den Augen verlieren, zu viel trinken oder nach einer Partynacht allein durch unbekannte Straßen zurückgehen.
Straftaten gegen Ausländer sind selten, auch wenn es gelegentlich zu Diebstählen kommt. Auch Übergriffe, einschließlich sexueller Übergriffe, wurden gemeldet, insbesondere in Bars, Clubs und anderen Bereichen des Nachtlebens.
Sicherheit in Seomyeon
Seomyeon ist eines der wichtigsten Einkaufs- und Ausgehviertel Busans. Tagsüber ist die Gegend belebt und angenehm; in den frühen Morgenstunden füllen sich manche Straßen jedoch mit alkoholisierten Gruppen, aufdringlichen Werbern und Lokalen, die ohne Sprachkenntnisse schwer einzuschätzen sind.
Man muss das Viertel nicht meiden. Empfehlenswert ist jedoch, Bars mit klar ausgewiesenen Preisen zu wählen, das eigene Getränk im Auge zu behalten und Fremden nicht in abgelegene Lokale zu folgen.
Haeundae und Gwangalli bei Nacht
Die beiden großen Strandviertel gelten im Allgemeinen auch nach Einbruch der Dunkelheit als sicher. Vor allem an Wochenenden, während Festivals und in Sommernächten verändert sich die Atmosphäre, wenn sich an den Terrassen und Straßen nahe der Küste größere Menschenmengen versammeln und mehr Alkohol konsumiert wird.
Wer spät zurückkehrt, sollte breite Hauptstraßen stillen Gassen vorziehen. Ein offizielles Taxi oder öffentliche Verkehrsmittel, solange sie noch fahren, bieten mehr Sicherheit als ein langer Fußweg allein.
Nampo, Jagalchi und Sicherheit auf den Märkten
Auf den Märkten sind die realen Gefahren eher alltäglich als dramatisch: Gedränge, verlorene Gegenstände, nasse Böden und Orientierungslosigkeit zwischen den Ständen. In den meisten Fällen reicht es aus, die Tasche geschlossen und das Handy sicher verstaut zu halten.
Außerdem sollte man den Preis bestätigen, bevor man Meeresfrüchte oder Fisch zur Zubereitung bestellt. Eine hohe Rechnung ist nicht zwangsläufig ein Betrugsversuch. Häufig wurde lediglich vorher nicht geklärt, welches Gewicht, welche Zubereitungsart oder welche Beilagen berechnet werden.
Gamcheon und die Viertel am Hang
Das Gamcheon Culture Village ist ruhig, doch seine steilen Treppen, Hänge und engen Gassen können nach Einbruch der Dunkelheit oder bei Regen unangenehm werden. Die größten Risiken sind hier körperlicher Art: Ausrutschen, die Orientierung verlieren oder in Nebenstraßen nur schwer ein Verkehrsmittel finden.
Ein Besuch bei Tageslicht sorgt für bessere Sicht und verhindert, dass ein malerischer Spaziergang zu einem anstrengenden Abstieg über nasse Treppen wird.
Ist es sicher, nachts durch Busan zu laufen?
In den zentralen Stadtteilen und an der Küste ist es in der Regel relativ sicher, nachts durch Busan zu laufen. Die Straßen sind beleuchtet, Geschäfte haben geöffnet und auf den Hauptstraßen herrscht weiterhin Betrieb. Dennoch gelten die gleichen Vorsichtsmaßnahmen wie in jeder anderen Großstadt.
Einsame Parks, leere Unterführungen und unbelebte Gassen meiden.
Keine bereits geöffneten Getränke von Fremden annehmen.
Das Handy aufgeladen halten und die Adresse der Unterkunft auf Koreanisch speichern.
Offizielle Taxis oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen.
Nach Alkoholkonsum nicht in Bahnhöfen, am Strand oder auf Parkbänken einschlafen.
Viele Taxifahrer sprechen nur wenig Englisch. Der Name und die Adresse des Hotels auf Koreanisch können daher Missverständnisse und unnötige Diskussionen vermeiden.

Sicherheit in Busan für allein reisende Frauen
Busan kann für allein reisende Frauen eine gute Wahl sein. Der öffentliche Nahverkehr ist gut organisiert, viele Viertel bleiben bis spät in die Nacht belebt und allein zu essen ist nichts Ungewöhnliches.
Die größte Vorsicht ist im Nachtleben geboten. Getränke sollten nie unbeaufsichtigt bleiben, übermäßig aufdringliche Einladungen sind mit Vorsicht zu behandeln und nach Alkoholkonsum sollte man möglichst nicht allein zu Fuß zurückgehen. Eine Unterkunft in der Nähe einer U-Bahn-Station verkürzt außerdem nächtliche Wege durch ruhige Gegenden.
Vorsichtig zu sein bedeutet nicht, die Reise mit Angst zu verbringen. Entscheidend ist lediglich, das allgemeine Sicherheitsgefühl nicht mit einer absoluten Garantie zu verwechseln, insbesondere in der Umgebung von Bars und Clubs.
Sicherheit in Busan für Familien mit Kindern
Für Familien mit Kindern ist Busan im Allgemeinen ein angenehmes Reiseziel. U-Bahn, Einkaufszentren, Aquarien, Parks und Promenaden am Meer machen es leicht, den Tag ohne größere Schwierigkeiten zu gestalten.
Die wichtigsten Risiken sind der Straßenverkehr, Menschenmengen und das Meer. Manche Kreuzungen sind sehr breit, und Fahrzeuge können abbiegen, obwohl Fußgänger gerade Grün haben. Deshalb sollte man auch bei einem grünen Fußgängersignal aufmerksam bleiben. In Gamcheon, Taejongdae und auf einigen Küstenwegen können die Steigungen kleine Kinder ermüden oder mit einem Kinderwagen schwer zu bewältigen sein.
Am Strand sollten ausschließlich freigegebene Badebereiche genutzt und die Anweisungen der Rettungsschwimmer befolgt werden. Während der Sommersaison ist auf getrennte Schwimm- und Wassersportbereiche, Strömungen, Quallenwarnungen und Hinweise zu extremen Wetterbedingungen zu achten.
Taifune, Starkregen und Naturgefahren in Busan
Das Wetter kann eine größere Gefahr darstellen als die Kriminalität. Die Taifunsaison dauert in der Regel von Juni bis November. Starke Sommerregen können außerdem Überschwemmungen, Verkehrsstörungen und Erdrutsche in bergigen Gebieten verursachen.
Während eines schweren Sturms sollte man sich nicht auf Wellenbrecher, Küstenplattformen oder Felsen begeben, um den Wellengang zu beobachten. Vom Ufer aus kann das Meer vor Busan schön und ruhig wirken, doch Strömungen und Wellen können sich schnell verändern.
Notfallwarnungen können auf Koreanisch auf dem Handy erscheinen. Die offizielle App Emergency Ready stellt Sicherheitsinformationen und Übersetzungen von Warnmeldungen bereit. Zusätzlich empfiehlt es sich, den Wetterbericht zu verfolgen und die Anweisungen der örtlichen Behörden zu beachten.
Demonstrationen und Spannungen mit Nordkorea
Da Busan weit von der Grenze entfernt liegt, bleibt der Alltag der Stadt normalerweise weitgehend von militärischen Spannungen unberührt. Dennoch kann sich die Lage auf der koreanischen Halbinsel kurzfristig verändern, und Südkorea führt gelegentlich Zivilschutzübungen durch.
Auch politische Demonstrationen können stattfinden. Sie verlaufen in der Regel friedlich und werden von den Behörden überwacht. Es ist ratsam, informiert zu bleiben, größere Menschenansammlungen zu meiden und behördliche Anweisungen zu befolgen.
Notrufnummern in Busan
112: Polizei.
119: Feuerwehr und Rettungsdienst.
1330: Touristeninformation und Unterstützung.
Auch ohne Koreanischkenntnisse kann man bei einem Anruf unter 112 oder 119 „English please“ sagen oder um einen Dolmetscher bitten. Ein aktiviertes GPS und die Möglichkeit, ein Gebäude in der Nähe zu nennen, erleichtern die Standortbestimmung.
Ist eine Reise nach Busan also sicher?
Ja. Für die meisten Reisenden bietet Busan eine ruhige und unkomplizierte Reiseerfahrung, mit geringer touristischer Kriminalität und einer zuverlässigen Infrastruktur.
Besonders vorsichtig sollten Personen sein, die planen, sehr spät allein auszugehen, mit Fremden Alkohol zu trinken, außerhalb bewachter Bereiche zu schwimmen oder die Küste bei schlechtem Wetter zu besuchen. Weniger komfortabel kann die Stadt außerdem für Reisende sein, die erwarten, sich jederzeit auf Englisch verständigen oder jede Fahrt spontan planen zu können, ohne Adressen auf Koreanisch gespeichert zu haben.
Busan verlangt keine Angst, aber Aufmerksamkeit. Man kann den Wellen in Gwangalli zuhören, zwischen den Ständen von Jagalchi umherschlendern oder nach dem Abendessen mit der U-Bahn zurückfahren, ohne zu vergessen, dass vernünftige Vorsicht weiterhin ins Reisegepäck gehört.


