Hiroshima Sehenswürdigkeiten: den Friedenspark ohne Eile erkunden
Zum Friedenspark gehören die Atombombenkuppel, das Kenotaph, das Kinder-Friedensdenkmal, die Friedensflamme und das Friedensgedächtnismuseum. Man sollte ihn nicht wie eine Ansammlung von Fotomotiven durchlaufen, sondern als erzählerischen Raum verstehen, in dem jedes Element dazu beiträgt, die damaligen Ereignisse und den anschließenden Wiederaufbau Hiroshimas nachzuvollziehen.
Das Museum ist emotional sehr belastend. Die persönlichen Gegenstände, Fotografien und Zeitzeugenberichte können schwer zu verarbeiten sein, insbesondere für sensible Kinder. Am besten besucht man es am Vormittag und nimmt sich anschließend bewusst Zeit für einen ruhigen Spaziergang am Fluss, eine Pause im Park oder einen Besuch der nahe gelegenen Nationalen Friedensgedenkhalle.
Für manche Besuchszeiten ist eine vorherige Reservierung erforderlich. Darüber hinaus ist der Eintritt in das Museum zwischen dem 8. und 16. August 2026 aufgrund des erwarteten hohen Besucheraufkommens während der Obon-Zeit grundsätzlich nur mit einer Online-Reservierung möglich. In den ersten und letzten Stunden des Tages ist die Atmosphäre meist ruhiger.
Einen ganzen Tag für Miyajima einplanen
Miyajima ist der wichtigste Ausflug von Hiroshima aus, verliert jedoch einen Teil seiner Schönheit, wenn man versucht, die Insel in zwei Stunden abzuhaken. Der Itsukushima-Schrein verändert sich mit den Gezeiten vollständig: Bei Flut scheinen seine zinnoberroten Korridore auf dem Wasser zu schweben, bei Ebbe kann man zu Fuß bis an das große Torii herangehen. Ein Blick auf den Gezeitenkalender vor der Abfahrt hilft bei der Entscheidung, welche Variante der Landschaft man erleben möchte.
Neben dem Schrein lohnt sich ein Besuch des Daishō-in-Tempels, ebenso wie ein Spaziergang durch die ruhigere Machiya-Straße und der Aufstieg in Richtung Mount Misen. Die Seilbahn erspart einen Teil der Anstrengung, nicht jedoch den letzten Fußweg: Von der Bergstation sind es noch rund 30 Minuten bis zum Gipfel. Wer den gesamten Weg zu Fuß hinaufgehen möchte, sollte geeignetes Schuhwerk tragen und vom Fähranleger aus etwa zwei Stunden einplanen.
Der größte Nachteil Miyajimas ist der starke Andrang zwischen dem späten Vormittag und dem mittleren Nachmittag. Wer früh ankommt oder bis zum Sonnenuntergang bleibt, erlebt die Insel völlig anders. Außerdem sollte man daran denken, dass die Hirsche Wildtiere sind und beißen oder Karten, Fahrkarten und Papiertüten fressen können.
Hiroshimas historische Seite entdecken
Shukkeien bildet einen besonders feinen Gegenpol zum Friedenspark. Der als Miniaturlandschaft angelegte Garten umfasst einen zentralen Teich, kleine Inseln, Brücken, Pavillons und Wege, die bei jedem Schritt neue Perspektiven eröffnen. Er wurde 1945 zerstört und später restauriert – eine Geschichte, die seine heutige Schönheit mit der Widerstandskraft der Stadt verbindet.
Shukkeien ist kein monumentaler Garten. Sein Reiz liegt in den Details: den Karpfen unter den Brücken, den Spiegelungen der Zweige im Wasser und dem leisen Knirschen der Schritte auf dem Kies. Wer einen weitläufigen Park erwartet, könnte enttäuscht sein. Reisende mit Interesse an Fotografie, Landschaftsgestaltung und stillen Orten sind dagegen meist begeistert.
Die Wassergräben, Mauern und Außenanlagen der Burg sind weiterhin angenehm für einen Spaziergang, besonders während der Kirschblüte. Allerdings ist eine wichtige Änderung zu beachten: Der Hauptturm wurde am 22. März 2026 wegen seines schlechten baulichen Zustands geschlossen. Er kann weiterhin von außen betrachtet werden, und der restaurierte Ninomaru-Bereich bleibt zugänglich, doch der Turm selbst kann nicht mehr bestiegen werden.
Im Mitaki-dera die stille Seite der Stadt erleben
Der Mitaki-dera liegt an einem bewaldeten Hang, abseits des geschäftigen Rhythmus der Innenstadt. Drei Wasserfälle, buddhistische Statuen, feuchte Pfade und eine zinnoberrote Pagode schaffen eine beinahe gebirgige Atmosphäre, obwohl der Tempel nur eine kurze Strecke von der Stadt entfernt liegt. Besonders schön ist er im Herbst, doch auch bei leichtem Regen entfaltet er seinen Reiz.
Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, Familien mit Kinderwagen oder Reisende mit nur wenigen Stunden Zeit ist er nicht die beste Wahl. Gut geeignet ist er dagegen für Besucher, die die wichtigsten Sehenswürdigkeiten bereits kennen und eine ruhigere, nachdenklichere Seite Hiroshimas erleben möchten.
Die Stadt von oben betrachten
Von der Dachterrasse des Orizuru Tower blickt man aus erhöhter Perspektive auf den Friedenspark, die Atombombenkuppel und den modernen Stadtgrundriss Hiroshimas. An klaren Tagen reicht die Sicht mitunter bis in die Umgebung von Miyajima.
Der Eintritt ist im Vergleich zu anderen Sehenswürdigkeiten der Stadt relativ teuer und daher für Reisende mit knappem Budget nicht unverzichtbar. Der besondere Wert liegt in der Aussicht und im Übergang zwischen der historischen Landschaft und der wiederaufgebauten Stadt, vor allem gegen Sonnenuntergang.
Hiroshima über seine Küche kennenlernen
Vor einer heißen Teppan-Platte zu sitzen und dabei zuzusehen, wie ein Okonomiyaki im Hiroshima-Stil zubereitet wird, ist bereits ein Erlebnis für sich. Anders als bei anderen japanischen Varianten werden die Zutaten in Schichten angeordnet und enthalten meist auch Nudeln.
Im Okonomimura befinden sich zahlreiche kleine Restaurants in einem einzigen Gebäude. Die Atmosphäre ist lebhaft, allerdings auch stark touristisch geprägt. Für eine erste Begegnung mit dem Gericht ist es praktisch; wer lieber in einem lokaleren Umfeld essen möchte, kann kleinere Lokale in Wohnvierteln abseits organisierter Reisegruppen erkunden.
Das Mazda Museum besuchen
Für Fans von Industriedesign und Automobilen zeigt das Mazda Museum die Entwicklung der Marke und gewährt Einblicke in Teile des Herstellungsprozesses. Die Besichtigungen finden im Rahmen geführter Touren statt und müssen zwingend im Voraus reserviert werden. In der Regel werden sie unter der Woche angeboten, gelegentlich gibt es besondere Öffnungstage an Samstagen. Ohne bestätigte Reservierung sollte man nicht erscheinen, da spontane Besuche nicht möglich sind.

Was man bei Regen in Hiroshima unternehmen kann
Regen muss eine Reise nicht zwangsläufig beeinträchtigen, kann jedoch dazu führen, dass bestimmte Ausblicke auf Miyajima oder Wanderungen am Mount Misen entfallen.
Ein gutes Schlechtwetterprogramm verbindet das Friedensgedächtnismuseum, das Museum für zeitgenössische Kunst, die überdachte Einkaufsstraße Hondori und ein kulinarisches Erlebnis, etwa die Zubereitung von Okonomiyaki oder Momiji Manju. Hondori ist eine lange überdachte Einkaufsstraße mitten im Zentrum und eignet sich gut, um zwischen Geschäften, Cafés und Restaurants unterwegs zu sein, ohne dem schlechten Wetter allzu sehr ausgesetzt zu sein.
Hiroshima mit Kindern
Der Friedenspark kann als Familie besucht werden, doch Erwachsene sollten das Alter und die Empfindsamkeit ihrer Kinder berücksichtigen, bevor sie die besonders belastenden Bereiche des Museums betreten.
Miyajima eignet sich meist besser für Familien: Die Fährfahrt, die Hirsche und das Miyajima Aquarium sorgen für Abwechslung. Das Aquarium konzentriert sich auf die Tierwelt der Seto-Inlandsee und bietet Beobachtungs- und Mitmachbereiche, die speziell auf Familien ausgerichtet sind.
Hiroshima zu zweit
Die schönsten Erlebnisse für Paare sind oft ganz einfach: ein Spaziergang durch Shukkeien, der Sonnenuntergang am Torii von Miyajima, ein Weg entlang des Motoyasu-Flusses oder der Blick auf die Stadt von einer Aussichtsterrasse.
Nach Einbruch der Dunkelheit ist Miyajima besonders stimmungsvoll. Wer länger bleiben möchte, sollte jedoch die Rückfahrmöglichkeiten sorgfältig prüfen oder eine Übernachtung auf der Insel einplanen.
Kostenlose Unternehmungen
Der Friedenspark, die Atombombenkuppel, die Flussufer, die äußeren Anlagen der Burg und ein großer Teil der innerstädtischen Spazierwege lassen sich kostenlos erleben. Auch der Zugang zum Ninomaru-Bereich der Burg ist weiterhin frei.
Eine preiswerte Route kann vom Bahnhof an der Außenseite von Shukkeien vorbei zur Burg, zum Friedenspark, nach Hondori und weiter zur Uferpromenade führen. Hiroshima ist eine angenehme Stadt für alle, die gerne zu Fuß unterwegs sind, ohne eine möglichst lange Liste von Sehenswürdigkeiten abarbeiten zu müssen.
Was man abends unternehmen kann
In Hondori und rund um Nagarekawa finden sich zahlreiche Restaurants, Bars und kleinere Lokale. Das Nachtleben Hiroshimas ist lebendig, wirkt aber meist weniger überwältigend als das von Tokio oder Osaka.
Ein ruhigerer Abend kann aus einem Okonomiyaki-Essen und einem anschließenden Spaziergang am Fluss bestehen. Die Spiegelungen der Stadtbeleuchtung auf dem Wasser zeigen ein weniger bekanntes Bild Hiroshimas: nicht eine Stadt, die in ihrer Vergangenheit erstarrt ist, sondern eine ruhige, lebenswerte und ganz und gar moderne Metropole.
Fehler, die man vermeiden sollte
Der häufigste Fehler besteht darin, den Friedenspark und Miyajima an einem einzigen Tag besuchen zu wollen. Es ist zwar möglich, lässt aber kaum Zeit, das Museum wirklich zu erfassen, die Gezeiten zu beobachten oder den Mount Misen zu besteigen.
Ebenso sollte man vermeiden, in Eile durch das Friedensgedächtnismuseum zu gehen, Miyajima zu den vollsten Tageszeiten zu besuchen oder den Aufstieg zum Mount Misen bei extremer Hitze, starkem Regen oder mit ungeeignetem Schuhwerk zu planen.
Hiroshima braucht keinen überfüllten Reiseplan. Seine eigentliche Kraft zeigt sich, wenn sich Erinnerungsorte mit Gärten, Essen, Wasser und genügend Zeit zum Innehalten abwechseln.


