Bahnhof Hiroshima: praktisch übernachten und bequem weiterreisen
Eine Unterkunft rund um den Bahnhof Hiroshima ist besonders bequem für Reisende, die mit dem Shinkansen ankommen, viel Gepäck dabeihaben oder nur ein bis zwei Nächte bleiben. Auch für die Weiterreise nach Osaka, Kyoto oder Fukuoka sowie für einen Ausflug nach Miyajima mit Zug und Fähre ist die Gegend ein sinnvoller Ausgangspunkt.
Der Bahnhof ist über das Straßenbahnnetz mit dem Stadtzentrum verbunden. Eine der Linien fährt bis nach Miyajimaguchi weiter.
In den vergangenen Jahren sind hier mehr Dienstleistungen, Restaurants und moderne Hotels hinzugekommen, dennoch ist der Charakter des Viertels vor allem funktional geblieben. Schon früh am Morgen herrscht Betrieb, Reisende ziehen ihre Koffer hinter sich her, und neue Gebäude sind bis spät in die Nacht beleuchtet. Alles funktioniert – aber nicht alles begeistert.
Die Gegend eignet sich besonders für Reisende mit kurzem Aufenthalt, Familien mit viel Gepäck, Nutzer des Japan Rail Pass und alle, die mehrere Tagesausflüge planen.
Weniger attraktiv ist, dass der Friedenspark und Hondori nicht direkt vor der Hoteltür liegen. Man muss entweder eine längere Strecke zu Fuß gehen, die Straßenbahn nehmen oder ein Taxi nutzen. Außerdem kann die Umgebung eher geschäftig als persönlich wirken.
Kamiyacho, Hatchobori und Hondori: das beste Viertel zum Übernachten in Hiroshima
Hier schlägt das alltägliche Herz Hiroshimas. Zwischen überdachten Einkaufspassagen, Kaufhäusern, Izakayas, Cafés und Straßen, in denen sich der Duft von Okonomiyaki mit der feuchten Luft der Flüsse vermischt, wirkt die Stadt unmittelbarer und weniger feierlich.
Von hier aus lassen sich der Friedensgedenkpark, die Burg Hiroshima und ein großer Teil der Einkaufsviertel zu Fuß erreichen. Kamiyacho ist zudem einer der wichtigsten Knotenpunkte des Straßenbahnnetzes, mit Verbindungen zum Bahnhof, zum Hafen und nach Miyajimaguchi.
Für einen ersten Aufenthalt von zwei oder drei Nächten ist dies die vielseitigste Gegend. Man kann ohne große Planung zum Abendessen ausgehen, zu Fuß zurückkehren und auch nach der Schließung der Sehenswürdigkeiten noch belebte Straßen vorfinden.
Die Gegend eignet sich besonders für Paare, Reisende, die eine Stadt gern zu Fuß erkunden, Feinschmecker und alle, die Kultur mit etwas Nachtleben verbinden möchten.
Einige Straßen bleiben bis spät in die Nacht lebhaft. In Hotels an großen Straßen, Straßenbahnkreuzungen oder in Ausgehvierteln kann es laut werden. Es empfiehlt sich, nach einem Zimmer in einem höheren Stockwerk oder abseits der Aufzüge und der Hauptfassade zu fragen.
Otemachi und Nakamachi: Unterkunft nahe dem Friedenspark
Südlich und östlich des Friedensgedenkparks finden sich ruhigere Straßen, dezente Hotels und kleine Restaurants. Die Lage ist ideal, um das Friedensmuseum früh am Morgen zu besuchen, am Motoyasu-Fluss entlangzuspazieren oder bei Sonnenuntergang in den Park zurückzukehren, wenn die Zahl der Reisegruppen abnimmt.
Die Atmosphäre unterscheidet sich deutlich von Hatchobori. Hier erlebt man Hiroshima durch Wasser, Bäume und Stille. Diese Nähe verleiht der Reise zusätzliche Tiefe, verlangt aber auch einen respektvollen Umgang: Der Park ist nicht einfach nur eine Touristenattraktion, sondern ein Ort des Gedenkens.
Die Gegend eignet sich für Geschichtsinteressierte, Paare, die ruhige Abende bevorzugen, Familien und Reisende, die das Zentrum erkunden möchten, ohne ständig auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen zu sein.
Weniger praktisch ist, dass einige Straßen nach dem Abendessen sehr ruhig werden. Wer Bars, spät geöffnete Geschäfte oder eine große Auswahl an Restaurants sucht, findet rund um Hondori und Nagarekawa deutlich mehr Möglichkeiten.
Nagarekawa: übernachten nahe Restaurants und Nachtleben
Nagarekawa gehört zu den Vierteln mit der höchsten Dichte an Bars, kleinen Lokalen und Restaurants. Nach Einbruch der Dunkelheit zeigen senkrechte Leuchtreklamen, Laternen und schmale Gassen eine intensivere Seite Hiroshimas, weit entfernt von der feierlichen Stimmung seiner historischen Orte.
Wer hier übernachtet, kann spät essen und anschließend zu Fuß ins Hotel zurückkehren. Für jeden ist das Viertel jedoch nicht geeignet. In manchen Straßen gibt es Lärm, regen Taxiverkehr und Betrieb bis in die frühen Morgenstunden. Für Erwachsene kann die Atmosphäre unterhaltsam sein, für Familien mit Kindern oder Menschen mit leichtem Schlaf dagegen anstrengend.
Am sinnvollsten ist meist eine Unterkunft am Rand von Nagarekawa, nahe Hatchobori, statt mitten im Zentrum des Ausgehviertels.
Unterkunft auf Miyajima: eine besondere Nacht am Torii
Miyajima verändert sich, sobald die meisten Tagesgäste die Insel verlassen haben. Die Rollläden der Geschäfte werden heruntergelassen, die Wege leeren sich, und die Silhouette des Torii scheint in einer wesentlich ruhigeren Landschaft zu schweben. Wer auf der Insel übernachtet, kann die Küste bei Sonnenaufgang erleben, ohne Eile spazieren gehen und die Gastfreundschaft eines traditionellen Ryokan genießen.
Die Insel erreicht man in der Regel von Miyajimaguchi aus nach einer kurzen Fährfahrt. Von Hiroshima gibt es außerdem Verbindungen mit dem Zug oder der Straßenbahn, wobei die Fahrt mit der Straßenbahn deutlich länger dauert.
Die Insel eignet sich besonders für Paare, Jubiläumsreisen, Ryokan-Liebhaber und Menschen, die die stillen Morgen- und Abendstunden schätzen.
Unterkünfte sind meist teurer als in Hiroshima, viele Restaurants schließen ihre Küchen früh, und der Transport von Koffern über die Insel kann umständlich sein. Für einen mehrtägigen Besuch der Stadt ist Miyajima außerdem nicht der effizienteste Ausgangspunkt.
Eine ausgewogene Lösung besteht darin, zwei Nächte in Hiroshima und eine Nacht auf Miyajima zu verbringen.

Miyajimaguchi: praktisch für die Fähre, aber wenig Atmosphäre
Eine Übernachtung gegenüber dem Fähranleger vereinfacht die Anreise nach Miyajima und ermöglicht es, eine der ersten Fähren des Tages zu nehmen. Dies ist eine sinnvolle Alternative, wenn die Hotels auf der Insel zu teuer sind oder am nächsten Morgen eine Weiterreise mit dem Zug ansteht.
Miyajimaguchi ist jedoch in erster Linie ein Durchgangsort. Sobald die letzten Tagesgäste abgereist sind, sind das gastronomische Angebot und das abendliche Leben deutlich eingeschränkter. Für einen vollständigen Aufenthalt in Hiroshima bietet das Stadtzentrum wesentlich mehr Atmosphäre.
Ujina und der Hafen: ruhige Unterkunft am Meer
Das Hafengebiet zeigt eine andere Seite Hiroshimas: weite Horizonte, salzige Meeresluft und etwas abgelegenere Hotels. Die Gegend kann angenehm sein, um sich zu erholen, den Blick über die Bucht zu genießen oder bestimmte Fährverbindungen zu nutzen.
Der größte Nachteil ist die Entfernung. Zwar verbindet die Straßenbahn den Hafen von Hiroshima mit dem Bahnhof und dem Stadtzentrum, doch die Fahrten dauern länger als von Kamiyacho oder Otemachi aus.
Ich würde Ujina nur wegen der besonderen Eigenschaften einer bestimmten Unterkunft oder mit dem ausdrücklichen Wunsch nach Ruhe wählen, nicht jedoch als allgemeinen Standort für einen ersten Besuch.
Welche Viertel sollte man beim Übernachten in Hiroshima meiden?
In Hiroshima müssen Reisende keine ganzen Stadtteile grundsätzlich ausschließen. Weniger empfehlenswerte Gegenden sind vor allem aus praktischen Gründen ungünstig.
Bei günstigen Hotels, die weit von einer Straßenbahnhaltestelle oder einem Bahnhof entfernt liegen, sollte man besonders genau hinsehen – insbesondere in abgelegenen Wohnvierteln. Die Ersparnis kann durch verlorene Zeit und Taxikosten schnell wieder zunichtegemacht werden.
Wer mit Kindern reist oder Ruhe braucht, sollte außerdem das Innere von Nagarekawa meiden.
Auch Miyajima ist kein geeigneter Ausgangspunkt für Reisende mit frühen Zugverbindungen, mehreren Ausflügen auf dem Festland oder einem sehr straffen Reiseplan. Dabei geht es nicht um die Qualität des Ortes, sondern um die Logistik.
Braucht man ein Auto, wenn man in Hiroshima übernachtet?
Für einen Besuch von Hiroshima, dem Friedenspark und Miyajima ist kein Mietwagen erforderlich. Mit Straßenbahnen, Zügen, Bussen und Fähren lassen sich die üblichen Strecken problemlos zurücklegen.
Mit dem Auto nach Miyajima zu fahren, ist nicht empfehlenswert. Das offizielle Tourismusportal weist darauf hin, dass es nur wenige Parkplätze gibt und die Straßen der Insel nicht angenehm zu befahren sind. Daher wird empfohlen, das Fahrzeug in Miyajimaguchi stehen zu lassen.
Ein Auto wird vor allem dann sinnvoll, wenn die Reise in ländliche Gebiete der Präfektur, in Küstenorte oder an Ziele mit selteneren öffentlichen Verkehrsverbindungen weiterführt.
Wo in Hiroshima übernachten – je nach Art der Reise
Für einen ersten Besuch würde ich Kamiyacho, Hatchobori oder Hondori wählen.
Für einen Zwischenstopp von nur einer Nacht eignet sich die Umgebung des Bahnhofs Hiroshima.
Für eine Reise mit Schwerpunkt auf Geschichte und Ruhe sind Otemachi oder Nakamachi ideal.
Für gutes Essen und Nachtleben bieten sich Hatchobori oder die Randbereiche von Nagarekawa an.
Für einen romantischen und entspannten Aufenthalt lohnt sich eine Nacht auf Miyajima.
Für Familien ist meist ein ruhiges Hotel zwischen dem Friedenspark und Hondori die beste Wahl: zentral genug, um vieles zu Fuß zu erreichen, aber weit genug von den lautesten Ausgehstraßen entfernt.
Hiroshima belohnt praktische Standorte. Man muss weder direkt gegenüber einer Sehenswürdigkeit übernachten noch für das prestigeträchtigste Zimmer bezahlen. Es genügt, eine Straßenbahnhaltestelle in der Nähe, einige gut erreichbare Restaurants und eine unkomplizierte Verbindung zu den Orten zu haben, die man wirklich sehen möchte. Den Rest übernimmt die Stadt mit ihren Flüssen, ihrer Erinnerung und ihrer zurückhaltenden Art, voranzugehen, ohne die Vergangenheit auszulöschen.


