Braucht man einen Mietwagen in Miami?
Für einen ersten Aufenthalt, der sich auf South Beach, Downtown, Brickell, Wynwood und einige nahe gelegene Gegenden konzentriert, ist ein Mietwagen in Miami nicht unbedingt notwendig. Bleibt der Großteil des Programms in diesen Vierteln, kann er sogar schnell zur Belastung werden.
Der Verkehr kann einen beträchtlichen Teil des Tages kosten, und das Parken in touristischen Gegenden bedeutet zusätzlichen Zeit- und Kostenaufwand. Miami Beach verfügt über städtische Parkhäuser, doch die Gebühren unterscheiden sich je nach Parkhaus, Tageszeit und bestimmten Veranstaltungen; private Parkplätze können wiederum andere Preise verlangen.
Auch mit dem Mautsystem sollte man sich vertraut machen, bevor man einen Mietwagen übernimmt. In Florida werden elektronische Mautsysteme großflächig eingesetzt, und Mietwagenfirmen haben jeweils eigene Programme und Gebühren für deren Abwicklung. Es lohnt sich daher, diese Vertragsklausel genau zu lesen, bevor man den Mietwagenschalter verlässt.
Ein Auto wird deutlich sinnvoller, wenn man weiter außerhalb gelegene Gegenden erkunden, Ausflüge aus Miami unternehmen oder einen Roadtrip planen möchte. Dann bietet es sich an, den Wagen nur für die Tage zu mieten, an denen man ihn tatsächlich braucht.
Öffentliche Verkehrsmittel in Miami: Wann lohnt sich die Metrorail?
Unter den öffentlichen Verkehrsmitteln in Miami funktioniert die Metrorail recht gut, wenn die geplante Strecke entlang ihres Netzes verläuft. Mit der Dichte der U-Bahn-Netze von New York, Paris oder Madrid kann sie jedoch nicht mithalten.
Ihr größter Vorteil für Besucher ist die Anbindung an den Flughafen. Die Orange Line verbindet den Miami International Airport mit Government Center in Downtown. Dort kann man in den Metromover umsteigen oder andere Teile des Stadtzentrums erreichen. Die Metrorail fährt derzeit täglich, und bezahlt werden kann direkt mit einer kontaktlosen Bankkarte oder einer digitalen Geldbörse.
Der reguläre Fahrpreis für Metrorail und Metrobus beträgt derzeit 2,25 US-Dollar pro Fahrt, wobei sich die Preise im Laufe der Zeit ändern können.
Die wichtigste Einschränkung ist erheblich: Es gibt keine Metrorail-Linie, die direkt nach South Beach fährt. Für den Weg zum Strand muss man daher auf andere Verkehrsmittel umsteigen.
Miami Metromover: bequem durch Downtown und Brickell
In Downtown und Brickell wird die Fortbewegung in Miami deutlich einfacher.
Der Miami Metromover ist kostenlos und erschließt mit mehreren Streckenringen einen großen Teil des Stadtzentrums. Dabei verbindet er unter anderem Downtown, Brickell und Omni. Besonders praktisch ist er, wenn man von einem Teil des Zentrums in einen anderen gelangen möchte, ohne sich durch den Verkehr kämpfen oder zu lange in der Sonne laufen zu müssen.
Neben seinem praktischen Nutzen hat er beinahe etwas Filmisches: Der kleine Zug gleitet zwischen Glasfassaden und erhöhten Schnellstraßen hindurch und eröffnet immer wieder überraschende Ausblicke auf eine Stadt, die scheinbar in die Höhe gebaut wurde.
Ein vollständiges U-Bahn-Netz ersetzt er nicht, doch innerhalb seines Einzugsgebiets gehört er zu den angenehmsten Möglichkeiten, sich fortzubewegen.
Fortbewegung in Miami Beach und South Beach ohne Auto
South Beach ohne Auto zu erkunden funktioniert besonders gut mit einer Kombination aus Zu-Fuß-Gehen, Bus und Miami Beach Trolley.
Die Stadt betreibt einen kostenlosen Trolley-Service, der verschiedene Teile von Miami Beach anfährt. Derzeit verkehrt er an sieben Tagen in der Woche, ungefähr zwischen 8:00 und 23:00 Uhr, auf vielen Strecken im Durchschnitt etwa alle zwanzig Minuten.
Wer in South Beach übernachtet, kann sich mit dieser Kombination viele Autofahrten und einen Teil der Parkplatzsuche sparen.
Derzeit gibt es außerdem ein kostenloses Wassertaxi zwischen Miami Beach und Downtown Miami. Der Service ist allerdings eingeschränkter: Er verkehrt unter der Woche und in deutlich größeren Abständen als ein gewöhnliches städtisches Verkehrsmittel. Für bestimmte Strecken ist es eine attraktive Alternative, aber man sollte seine gesamte Tagesplanung nicht davon abhängig machen.
Kann man Miami zu Fuß erkunden?
Ja, wenn man die Stadt Viertel für Viertel betrachtet.
Miami lässt sich innerhalb einzelner Viertel sehr gut zu Fuß entdecken, aber deutlich schlechter, wenn man große Stadtteile laufend miteinander verbinden möchte.
South Beach eignet sich hervorragend zum Spazieren: Ocean Drive, der Art-déco-District, Española Way und weite Teile der Collins Avenue lassen sich wunderbar in gemächlichem Tempo erkunden. In Brickell und Downtown kann man kurze Fußwege gut mit dem Metromover kombinieren. Wynwood wiederum sollte man zu Fuß erkunden, sobald man dort angekommen ist.
Die großen Bereiche Miamis zu Fuß miteinander verbinden zu wollen, ist dagegen meist wenig sinnvoll.
Auch das Klima verändert die Wahrnehmung von Entfernungen erheblich. In den heißesten und feuchtesten Monaten können zwanzig Minuten in der Sonne wesentlich länger wirken, als Google Maps vermuten lässt, und ein plötzlich einsetzender Tropenregen kann aus einem angenehmen Spaziergang innerhalb weniger Sekunden einen Sprint zum nächsten überdachten Eingang machen.

Taxi oder Fahrdienst in Miami: die bequemste Ergänzung
Für viele Reisende besteht die beste Fortbewegung in Miami nicht darin, sich für ein einziges Verkehrsmittel zu entscheiden, sondern mehrere je nach Stadtteil und Tageszeit miteinander zu kombinieren.
Ein Taxi oder Fahrdienst ist besonders praktisch für Fahrten zwischen Miami Beach und dem Festland, für die Rückfahrt am Abend oder um Viertel zu erreichen, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu viele Umstiege erfordern würden.
Der Nachteil ist derselbe wie beim eigenen Auto: Der Verkehr bleibt bestehen. Nur weil man für eine Fahrt bezahlt, verschwinden weder die Staus auf den Zufahrten nach Miami Beach noch der Berufsverkehr.
Deshalb empfiehlt es sich, Miami in einzelne Bereiche aufzuteilen und Besichtigungen geografisch sinnvoll zu bündeln.
Vom Flughafen Miami nach Downtown, Brickell oder South Beach
Wer vom Flughafen Miami nach Downtown fahren möchte, findet am Miami International Airport eine recht gute Anbindung an das Verkehrsnetz.
Der MIA Mover verbindet die Terminals mit dem Miami Intermodal Center und dem Rental Car Center. Von dort aus erreicht man sowohl Bahnverbindungen als auch die Mietwagenstationen.
Wer in Downtown oder Brickell übernachtet, ist mit der Metrorail häufig gut beraten. Nach South Beach fährt kein Zug direkt, sodass man die Fahrt mit Bus, Taxi oder einem anderen Straßenverkehrsmittel fortsetzen muss.
Die beste Fortbewegung in Miami je nach Reise
Ein paar Tage in South Beach: zu Fuß + Miami Beach Trolley + Taxi oder Fahrdienst bei Bedarf.
Downtown oder Brickell: Metromover + Metrorail + kurze Fußwege.
South Beach und Downtown kombiniert: tagsüber öffentliche Verkehrsmittel und gelegentlich eine direkte Fahrt, wenn sich dadurch mehrere Umstiege vermeiden lassen.
Reise mit Ausflügen außerhalb Miamis: Mietwagen, am besten nur an den Tagen, an denen Ausflüge geplant sind.
Eine Woche mit ausgedehnten Erkundungen im Süden Floridas: Ein Auto wird deutlich nützlicher.
Der Fehler, der bei der Fortbewegung in Miami am meisten Zeit kostet
Ein häufiger Fehler besteht darin, die Reise so zu planen, als wäre Miami eine Stadt mit einem kompakten historischen Zentrum.
Das ist sie nicht.
Es ist sinnvoller, einen Vormittag für South Beach einzuplanen, einen anderen Tagesabschnitt für Wynwood und den Design District und einen weiteren für Downtown und Brickell, statt ständig die Biscayne Bay zu überqueren und von einem Ende der Stadt zum anderen zu fahren.
In Miami ist eine gute geografische Planung fast genauso wichtig wie die Auswahl der Sehenswürdigkeiten.
Was ist also die beste Fortbewegung in Miami?
Für die meisten Erstbesucher besteht die beste Fortbewegung in Miami nicht darin, für den gesamten Aufenthalt ein Auto zu mieten.
Ich würde mich innerhalb der einzelnen Viertel zu Fuß bewegen, in Downtown und Brickell den Metromover nutzen, die Metrorail nehmen, wenn die geplante Strecke zu ihrem Netz passt, und für weiter entfernte Gegenden auf Busse, den Trolley oder direkte Fahrten zurückgreifen.
Ein Auto würde ich erst dann hinzunehmen, wenn sich die Reise über das urbane Miami hinaus erstreckt.
Das ist zwar weniger romantisch, als im Cabrio unter Palmen durch die Stadt zu fahren, dafür aber wesentlich vernünftiger: Freiheit bedeutet in Miami nicht immer, ein Auto zu haben. Manchmal bedeutet sie gerade, keinen Parkplatz dafür suchen zu müssen.


