Fortbewegung in Nara zu Fuß: reicht das für den ersten Besuch?
Für einen ersten Besuch ist Nara zu Fuß zu erkunden meist die beste Möglichkeit, sowohl die Sehenswürdigkeiten als auch die besondere Atmosphäre dazwischen zu erleben.
Der Bahnhof Kintetsu-Nara liegt nur wenige Gehminuten vom westlichen Rand des Nara Park entfernt. Vom Bahnhof JR Nara sind es über die Sanjo-dori etwa 20 Minuten zu Fuß bis zum Park. Von dort kann man weiter zum Kofukuji, zum Nationalmuseum, zum Todai-ji und auf den Waldwegen in Richtung Kasuga Taisha gehen.
Der große Vorteil beim Erkunden zu Fuß liegt darin, dass vieles von dem, was Nara besonders macht, zwischen den eigentlichen Sehenswürdigkeiten passiert. Kies unter den Schuhen, moosbewachsene Steinlaternen, kleine Gärten, die traditionellen Häuser von Naramachi und Rehe zwischen den Bäumen erlebt man entspannter, wenn man nicht ständig einen Fahrplan im Blick haben muss.
Allerdings können die Entfernungen in Nara täuschen. Der Park ist riesig und die Tempel liegen keineswegs alle direkt nebeneinander. Wer Todai-ji, Kasuga Taisha, die Umgebung des Parks und Naramachi besucht, kommt im Laufe eines Tages schnell auf viele Kilometer zu Fuß.
Im Sommer bei Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit oder an Regentagen machen sich diese Entfernungen stärker bemerkbar. Familien mit kleinen Kindern, ältere Menschen und Reisende mit eingeschränkter Mobilität können Fußwege sinnvoll mit Bus oder Taxi kombinieren.
Kintetsu Nara oder JR Nara: Welcher Bahnhof ist praktischer?
Wer hauptsächlich Nara Park erkunden möchte, ist mit Kintetsu-Nara in der Regel besser beraten, da der Bahnhof deutlich näher am wichtigsten Sehenswürdigkeitengebiet liegt. Außerdem gibt es direkte Verbindungen in Richtung Osaka sowie einen Taxistand, Gepäckaufbewahrung und weitere praktische Einrichtungen für Reisende.
JR Nara liegt etwas weiter westlich. Die Lage ist dennoch gut —der Weg zum Park ist unkompliziert— und der Bahnhof kann besonders praktisch sein, wenn die übrige Japanreise ohnehin hauptsächlich mit JR erfolgt. Direkt vor dem Bahnhof befindet sich außerdem ein wichtiger Busknotenpunkt.
Die Entscheidung zwischen Kintetsu Nara oder JR Nara muss nicht kompliziert sein: Beide Bahnhöfe funktionieren gut. Bei einem Ausflug von nur wenigen Stunden kann die kürzere Gehstrecke ab Kintetsu-Nara jedoch einen spürbaren Unterschied machen.
Busse und öffentliche Verkehrsmittel in Nara: Wann lohnen sie sich?
Busse in Nara sind besonders praktisch, wenn man das Zentrum mit weiter entfernten Gebieten wie Nishinokyo verbinden möchte, wo sich unter anderem die Tempel Yakushiji und Toshodaiji befinden, oder wenn nach mehreren Stunden zu Fuß eine Pause willkommen ist.
Nara Kotsu betreibt ein umfangreiches Netz öffentlicher Verkehrsmittel in Nara und in der gesamten Präfektur, darunter Linien zu zahlreichen touristischen Sehenswürdigkeiten. Der offizielle Reiseführer von Nara weist außerdem auf die Gurutto-Busse hin, die zentrale Bereiche zu einem günstigen Festpreis pro Strecke bedienen.
Nara Kotsu bietet zudem Pässe an, die unter anderem Nara Park, Todai-ji, Kasuga Taisha, Kofukuji, Naramachi, den ehemaligen Heijo-Palast, Toshodaiji und Yakushiji abdecken. Es gibt Varianten mit unterschiedlichen Gültigkeitsbereichen, daher lohnt es sich, vor dem Kauf zu prüfen, welche tatsächlich zur eigenen Route passt.
Wer einen Tag ausschließlich Todai-ji, Kasuga Taisha und Naramachi widmet, braucht möglicherweise gar keinen Pass. Zu Fuß zu gehen und erst bei einsetzender Müdigkeit ein- oder zweimal den Bus zu nehmen, ist oft flexibler.
Fahrrad in Nara: eine flexible Alternative für längere Strecken
Nara lässt sich überraschend gut mit dem Fahrrad erkunden, besonders wenn etwas weiter auseinanderliegende Gebiete ohne ständige Abhängigkeit von Fahrplänen verbunden werden sollen.
Es gibt verschiedene Angebote für Fahrräder in Nara, darunter auch E-Bikes, die bei Strecken mit Steigungen besonders praktisch sind. Einige Anbieter ermöglichen sogar die Rückgabe an einer anderen Partnerstation als dem ursprünglichen Abholort.
Das Fahrrad kann eine hervorragende Möglichkeit sein, weiter verstreute Ziele miteinander zu verbinden. In Teilen der Präfektur wie Asuka, wo historische Stätten über ein größeres ländliches Gebiet verteilt sind, ist die Kombination aus Fahrrad und öffentlichen Verkehrsmitteln besonders sinnvoll.
Wer allerdings nur den meistbesuchten Teil des Nara Park erkunden möchte, profitiert von einem Mietfahrrad nicht unbedingt. Zwischen Tempeln, Wegen und anderen Besuchern ist es häufig angenehmer, zu Fuß unterwegs zu sein.

Braucht man einen Mietwagen in Nara?
Für einen Besuch der Stadt Nara normalerweise nicht.
Mit dem Zug anzureisen, das Zentrum zu Fuß zu erkunden und bei Bedarf einen Bus zu nehmen, ist meist einfacher, als sich mit Verkehr und Parkplatzsuche beschäftigen zu müssen. Anbieter für Mietwagen in Nara gibt es sowohl in der Nähe von Kintetsu-Nara als auch von JR Nara, für den klassischen Stadtbesuch ist ein Auto jedoch nicht notwendig.
Anders sieht es aus, wenn man das ländliche und bergige Nara erkunden möchte. Die Präfektur reicht weit über ihre berühmte Stadt hinaus: Yoshino, die südlichen Berge, kleine Tempel, Täler und Dörfer können langwierige Kombinationen aus Zug und Bus erforderlich machen. Manche Ziele werden nur in größeren Abständen bedient und abgelegene Orte können lange Anfahrtswege erfordern.
In solchen Fällen kann ein Auto deutlich mehr Freiheit bieten, vor allem wenn man innerhalb von zwei oder drei Tagen mehrere ländliche Orte besuchen möchte.
Dabei sollte man allerdings bedenken, dass in Japan Linksverkehr herrscht. Wer das nicht gewohnt ist, für den lohnt sich ein Mietwagen meist nicht, wenn er lediglich ein paar Minuten sparen soll.
Taxi in Nara: Wann ist es besonders praktisch?
Ein Taxi in Nara kann besonders bequem sein, wenn es regnet, man Gepäck dabeihat oder längere Gehstrecken vermeiden möchte.
Taxistände gibt es sowohl bei JR Nara als auch bei Kintetsu-Nara sowie an bestimmten Punkten rund um Nara Park. In ländlichen Gebieten sollte man genauer planen: Taxis findet man dort hauptsächlich vor Bahnhöfen und für eine telefonische Bestellung kann möglicherweise Hilfe auf Japanisch nötig sein.
Für eine bestimmte Teilstrecke kann ein Taxi daher hervorragend geeignet sein. Man sollte jedoch nicht davon ausgehen, dass vor jedem abgelegenen Tempel spontan eines wartet.
Entfernungen und Verkehrsmittel in Nara vor der Tagesplanung
Nara Park ist kein kleiner Stadtpark. Seine Sehenswürdigkeiten verteilen sich über ein beträchtliches Gebiet und je weiter man sich in Richtung Todai-ji, Nigatsudo oder Kasuga Taisha bewegt, desto natürlicher und bewaldeter wird die Umgebung.
Als praktische Orientierung gilt: Von JR Nara sind es rund 20 Minuten zu Fuß bis zum Park, während Kintetsu-Nara deutlich näher liegt. Auch innerhalb des Parks kommt beim Wechsel zwischen den verschiedenen Tempeln noch einiges an Gehzeit zusammen.
Nishinokyo liegt weit genug entfernt, dass Zug oder Bus deutlich sinnvoller sind. Horyuji liegt noch weiter außerhalb: Die Zugfahrt von JR Nara bis Horyuji Station dauert etwa zehn Minuten, anschließend sind es ungefähr 17 Minuten zu Fuß bis zum Tempel.
Diese Entfernungen verändern die Tagesplanung grundlegend. Nara Park, Nishinokyo und Horyuji ausschließlich zu Fuß miteinander verbinden zu wollen, ist kein entspannter Stadtspaziergang. Öffentliche Verkehrsmittel in Nara sparen auf den längeren Abschnitten Zeit und Energie für die eigentlichen Sehenswürdigkeiten.
Die beste Fortbewegung in Nara für den ersten Besuch
Für die meisten Reisenden ist die beste Fortbewegung in Nara unkompliziert: mit dem Zug anreisen, Nara Park und Naramachi zu Fuß erkunden und den Bus für längere Strecken oder bei einsetzender Müdigkeit nutzen.
Das Fahrrad wird interessanter, wenn man offenere oder weiter auseinanderliegende Gebiete erkunden möchte. Taxis sind in bestimmten Situationen praktisch. Ein Auto wird dann sinnvoll, wenn Nara nicht länger nur ein städtischer Tagesausflug ist, sondern zu einer Reise durch die gesamte Präfektur wird.
Ein häufiger Fehler besteht darin zu glauben, dass alles nur fünf Minuten voneinander entfernt sein müsse, weil Nara auf Fotos so ruhig und kompakt wirkt. Das stimmt nicht. Ein Teil von Naras besonderem Reiz entsteht gerade durch die Abstände zwischen Tempeln, Parks, Wäldern und historischen Vierteln.
Hektik passt nicht zu Nara, aber auch absolut alles zu Fuß zurückzulegen ist nicht nötig. Am angenehmsten ist die Kombination: zu Fuß gehen, wenn der Weg selbst Teil des Erlebnisses ist, und Bus, Fahrrad, Taxi oder Auto nutzen, wenn die Entfernung nur noch Mittel zum Zweck ist.


