San Marco: direkt bei den großen Sehenswürdigkeiten starten
Von einer Unterkunft nahe dem Markusplatz erreichst du die Basilika, den Dogenpalast und die Umgebung des Canal Grande zu Fuß. Das passt zu einem kurzen Aufenthalt, bei dem du jede Unternehmung gut nutzen und zwischendurch in deine Unterkunft zurückkehren möchtest. Außerdem musst du für die bekanntesten Sehenswürdigkeiten nicht jedes Mal die Stadt durchqueren.
Der Vorteil hat eine Kehrseite: Viele deiner Wege teilst du mit anderen, die dieselben Orte besuchen wollen. Wenn du Venedig lieber ohne festes Ziel erkundest, vergleiche auch andere Viertel. Achte innerhalb von San Marco auf die genaue Adresse: „in San Marco“ sagt noch wenig darüber aus, was direkt vor deiner Tür liegt.
San Polo: zu Fuß rund um Rialto unterwegs sein
In San Polo liegen der Rialtomarkt und die Rialtobrücke nahe bei deiner Unterkunft. Auch die Basilika Santa Maria Gloriosa dei Frari befindet sich hier. Das Viertel eignet sich, wenn du Besichtigungen gern zu Fuß verbindest und zwischen den beiden Seiten des Canal Grande wechseln möchtest, ohne jeden Ausflug nach einer Verkehrsanbindung zu planen.
Allerdings macht es einen Unterschied, ob du nahe Rialto oder nahe der Frari-Kirche wohnst. Wenn du wegen einer bestimmten Sehenswürdigkeit oder des Wegs in ein anderes Viertel buchst, prüfe die tatsächliche Route auf einer Karte mit Brücken. San Polo passt zu dir, wenn du die Stadt gern zu Fuß durchquerst; weniger gut, wenn du solche Wege möglichst kurz halten musst.
Dorsoduro: Zeit für Kunst und Spaziergänge am Wasser
Die Accademia-Brücke, die Gallerie dell’Accademia, die Salute-Basilika und die Zattere bieten verschiedene Möglichkeiten, deine Tage in Dorsoduro zu gestalten. Wähle das Viertel, wenn Kunst für deine Reise wichtig ist und du manchen Tag mit einem Spaziergang am Giudecca-Kanal ausklingen lassen möchtest.
Nicht jeder Teil des Viertels passt zu denselben Plänen. Von einer Unterkunft nahe der Accademia kommst du leichter zu Fuß Richtung San Marco; nahe den Zattere rückt ein Spaziergang an diesem Ufer stärker in den Vordergrund. Wenn viele deiner Besichtigungen rund um Rialto und den Markusplatz liegen, prüfe die Wege, bevor du Dorsoduro allein wegen seines Eindrucks wählst.
Cannaregio: eine Basis für die Anreise mit dem Zug und den Norden der Stadt
Der Bahnhof Venezia Santa Lucia liegt in Cannaregio. Wenn du mit dem Zug und Gepäck ankommst, kann eine Unterkunft in der Nähe An- und Abreise erleichtern. Zum Viertel gehören auch das jüdische Ghetto von Venedig und Wege entlang seiner Fondamenta. Hier kannst du also Zeit in einem Teil der Stadt verbringen, der abseits der üblichen Strecke zwischen Markusplatz und Rialto liegt.
Cannaregio ist groß. Eine Adresse beim Bahnhof erfüllt vor allem einen praktischen Zweck; eine weiter entfernte kann besser zu den Orten passen, die du erkunden möchtest. Wenn du jeden Morgen in San Marco beginnen willst, prüfe den Fußweg von deiner Unterkunft. Der Name des Viertels allein hilft bei dieser Entscheidung nicht weiter.

Castello: näher am Arsenale und an den Giardini wohnen
Castello ist besonders sinnvoll, wenn das Arsenale, die Giardini oder Spaziergänge in den Osten Venedigs auf deinem Programm stehen. Von hier aus wird nicht jeder Besuch an diesem Ende der Stadt zu einem Ausflug aus einem anderen Viertel. Bei einem mehrtägigen Aufenthalt kannst du so auch Venedig jenseits der bekannten Sehenswürdigkeiten kennenlernen.
Entscheidend ist die Lage innerhalb von Castello: Das Viertel reicht von der Nähe San Marcos bis zu den Giardini. Wenn du bei den Giardini wohnen möchtest, nimmst du für den Rückweg von Rialto eine längere Strecke in Kauf. Hast du nur eine Nacht Zeit und liegen deine Besichtigungsziele im Zentrum, kann dieser Weg schwerer wiegen als der Vorteil einer Unterkunft hier.
Santa Croce: die Anreise auf dem Landweg erleichtern
In Santa Croce kannst du nach Unterkünften nahe der Piazzale Roma suchen, dem Zugangspunkt für den Straßenverkehr nach Venedig. Das ist praktisch, wenn du mit dem Bus oder viel Gepäck anreist und den ersten Weg zu deinem Zimmer kurz halten möchtest. Auch für eine frühe Abreise über denselben Weg kann die Lage passen.
Eine einfache Anreise bedeutet aber nicht, dass alle deine Ziele nah sind. Wenn du die meiste Zeit rund um San Marco oder die Giardini verbringen wirst, prüfe deine täglichen Wege. Eine Unterkunft, die den ersten und letzten Weg erleichtert, kann während des restlichen Aufenthalts zusätzliche Fußwege bedeuten.
Giudecca, Lido oder Mestre: drei unterschiedliche Entscheidungen
Diese drei Standorte solltest du einzeln vergleichen. Giudecca liegt Dorsoduro gegenüber. Von dieser Insel aus musst du für einen großen Teil des historischen Zentrums mit dem Boot übersetzen. Sie passt, wenn diese Überfahrt für dich zum Tagesablauf gehören darf. Der Lido bietet Zugang zu einem Strand an der Adria. Er ist interessant, wenn du Venedig mit Zeit am Meer verbinden möchtest und weißt, dass Besuche im Zentrum Fahrten über das Wasser erfordern.
Mestre liegt auf dem Festland. Es kann passen, wenn Venedig Teil einer größeren Reise ist und du deine Basis außerhalb der Inseln haben möchtest. Dafür beginnt und endet jeder Tag im historischen Zentrum mit einer Fahrt. Berücksichtige den gesamten Aufwand, besonders wenn du gern früh losziehst und erst nach dem Abendessen zurückkommst, bevor du allein nach der Unterkunft entscheidest.
Vor der Buchung: prüfe den Weg, nicht nur das Viertel
Markiere auf einer Karte den Eingang deiner Unterkunft, die Haltestelle, die du nutzen wirst, und zwei Orte, die du häufig besuchen möchtest. Sieh dir den Fußweg unter Berücksichtigung von Brücken und Gepäck an und prüfe die Verkehrsbedingungen kurz vor der Reise erneut. Wenn du in Venedig lebst und für Angehörige buchst, kann eine Unterkunft in deiner Nähe oder am geplanten Treffpunkt sinnvoller sein als eine am Markusplatz.
Die beste Wahl spart dir meist Wege an deinen konkreten Tagen. San Marco eignet sich für einen ersten Besuch der großen Sehenswürdigkeiten; San Polo für Erkundungen zu Fuß; Dorsoduro für Kunst; Cannaregio für die Anreise mit dem Zug; Castello für Pläne im Osten; und Santa Croce für den Zugang auf dem Landweg. Giudecca, Lido und Mestre erweitern die Auswahl, wenn die nötigen Fahrten wirklich zu deiner Art zu reisen passen.
