Zur Burg Santa Bárbara hinaufsteigen
Auf dem Gipfel des Benacantil thront die Burg Santa Bárbara über Alicante und einem großen Teil der Küste. Sie ist weit mehr als eine einzelne historische Sehenswürdigkeit und gehört zu den besten Orten, um die geografische Lage der Stadt zu verstehen.
Von oben sieht man den Hafen, den Strand Postiguet und das Stadtgebiet, das sich landeinwärts ausbreitet. Der helle Stein der Festung bildet einen eindrucksvollen Kontrast zum Mittelmeer, das an klaren Tagen beinahe den halben Horizont einzunehmen scheint.
Im Sommer sollte man die heißesten Stunden möglichst meiden. Früh am Morgen oder gegen Ende des Nachmittags ist der Besuch in der Regel deutlich angenehmer, und das Licht verleiht der Aussicht eine ganz besondere Stimmung.
Durch das Viertel Santa Cruz schlendern
Am Fuß der Burg liegt eine der charaktervollsten Ecken Alicantes.
Das Viertel Santa Cruz zieht sich den Hang hinauf und besteht aus schmalen Gassen, Treppen, weißen Fassaden, Blumentöpfen und kleinen Details, die dazu einladen, langsamer zu gehen. Hier wirkt die Stadt plötzlich viel intimer.
Es handelt sich nicht um eine große, monumentale Altstadt wie in manchen anderen spanischen Städten. Wer genau das erwartet, könnte etwas enttäuscht sein. Der Reiz liegt gerade woanders: in den kleinen Dimensionen, den Höhenunterschieden und dem Gefühl, mitten im touristischen Zentrum auf beinahe private, alltägliche Winkel zu stoßen.
Santa Cruz mit der Altstadt verbinden
Anschließend kann man weiter zu den Plätzen, Kirchen und Straßen des traditionellen Zentrums gehen. So lässt sich Alicante wunderbar zu Fuß entdecken, ohne den Tag in eine gehetzte Abfolge von Sehenswürdigkeiten zu verwandeln.
Über die Explanada de España spazieren
Nur wenige Motive werden so stark mit Alicante verbunden wie die Explanada de España mit ihren Palmen und dem charakteristischen wellenförmigen Mosaikboden.
Die Promenade ist besonders angenehm, wenn die Hitze langsam nachlässt und sich das Leben wieder stärker nach draußen verlagert. Durch ihre Lage direkt am Hafen lässt sie sich gut mit anderen Besichtigungen im Zentrum verbinden.
Man sollte sie jedoch als das betrachten, was sie ist: eine ikonische Stadtpromenade und nicht unbedingt eine Sehenswürdigkeit, für die man mehrere Stunden einplanen muss. Ein Teil ihres Reizes besteht einfach darin, gemütlich entlangzuschlendern und anschließend zum Hafen, ins Zentrum oder zum Strand weiterzugehen.
Ein paar Stunden am Strand Postiguet verbringen
Der Strand Postiguet hat einen kaum zu bestreitenden Vorteil: Er ist praktisch Teil der Stadt.
Dadurch lassen sich Sehenswürdigkeiten, Restaurants und ein Bad im Meer miteinander verbinden, ohne längere Wege organisieren zu müssen. Besonders bei einem kurzen Aufenthalt ist das sehr praktisch.
Der Nachteil zeigt sich in Zeiten mit besonders vielen Besuchern. Seine gute Erreichbarkeit bedeutet zugleich, dass es hier ziemlich voll werden kann. Wer sich eine ruhige mediterrane Bucht vorstellt, sollte wahrscheinlich andere Abschnitte der Küste erkunden.
Weitere Strände von Alicante entdecken
Wer mehrere Tage bleibt, sollte den Blick über den Postiguet hinaus richten.
An der Küste rund um Alicante kann man die urbane Umgebung gegen längere Strandtage und unterschiedliche Atmosphären eintauschen. Der Strand San Juan gehört zu den bekanntesten Alternativen für alle, die mehr Platz und eine weitläufigere Küste suchen, an der man einen großen Teil des Tages am Meer verbringen kann.
Welche Wahl sinnvoll ist, hängt stark von der Art der Reise ab. Bei einem Aufenthalt von nur ein oder zwei Tagen kostet ständiges Pendeln zwischen verschiedenen Stränden möglicherweise mehr Zeit, als es bringt. Bei einem längeren Urlaub ergibt die Erkundung der Küste dagegen deutlich mehr Sinn.
Den Mercado Central besuchen
Manche Städte lernt man über ihre Denkmäler kennen, andere beginnen sich erst an einem Stand mit Fisch, Obst oder regionalen Produkten wirklich zu erschließen.
Der Mercado Central von Alicante bietet einen Einblick in eine alltäglichere Seite der Stadt. Besonders interessant ist der Besuch für Reisende, die sich für Gastronomie und für Orte interessieren, an denen sich lokales Leben und touristische Neugier noch begegnen.
Am besten kommt man nicht nur, um das Gebäude zu fotografieren und gleich wieder zu gehen, sondern nimmt sich Zeit zum Schauen, Einkaufen oder Probieren.
Ein Museum besuchen, wenn man das Tempo ändern möchte
Alicante bietet auch kulturelle Möglichkeiten für Momente, in denen man eine Pause von Strand und Spaziergängen im Freien braucht.
Museen sind besonders während der heißesten Stunden oder an Tagen mit wechselhaftem Wetter angenehm. Je nach Interesse können Archäologie, Kunst und lokale Geschichte einer Stadt zusätzliche Tiefe verleihen, die von außen zunächst fast ausschließlich wie ein Küstenziel wirken kann.
Dabei muss man aus einem mediterranen Kurzurlaub keinen Kulturmarathon machen. Ein oder zwei Museen auszuwählen, die einen wirklich interessieren, ist meist die bessere Entscheidung.

Einen Ausflug zur Insel Tabarca machen
Einer der bekanntesten Ausflüge von Alicante führt nach Tabarca, einer kleinen Mittelmeerinsel vor der Küste.
Für einige Stunden tauscht man die urbane Landschaft gegen Meer, niedrige Häuser und ein anderes Tempo. Bei guten Bedingungen gehört bereits die Überfahrt zum Erlebnis.
Tabarca erfordert allerdings ein wenig Planung. Zu stark frequentierten Zeiten kann sich die Insel deutlich weniger ruhig anfühlen, als manche Werbefotos vermuten lassen. Wer absolute Stille sucht, sollte daher Jahreszeit und Tageszeit sorgfältig wählen.
Außerdem empfiehlt es sich, vor der Reise die verfügbaren Schiffsverbindungen zu prüfen, da sie variieren können.
Alicante am Abend genießen
Bei Sonnenuntergang zeigt Alicante neue Facetten.
Die Hitze lässt nach, die Terrassen füllen sich und Spaziergänge werden wieder angenehmer. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, in die Altstadt zurückzukehren, am Hafen entlangzugehen oder sich einfach einen Tisch zu suchen und zu beobachten, wie sich die Stimmung der Stadt verändert.
Das Nachtleben in Alicante kann lebhaft sein, besonders an Wochenenden und in der Hochsaison. Für alle, die Atmosphäre und Unterhaltung suchen, ist das ein Vorteil. Wer in bestimmten zentralen Vierteln früh schlafen möchte, könnte es dagegen als störend empfinden.
Die Küche Alicantes probieren, ohne sich an die erstbeste Terrasse zu setzen
Reisgerichte spielen in der lokalen Küche eine wichtige Rolle, doch Alicantes Gastronomie verdient etwas mehr Neugier.
Fisch, Meeresfrüchte und mediterrane Produkte gehören zu einer Küche, die untrennbar mit dem Meer verbunden ist. Wie in vielen touristischen Städten garantiert die spektakulärste Lage nicht automatisch das interessanteste Essen.
Eine gute Faustregel lautet, gelegentlich die wichtigsten touristischen Straßen zu verlassen und darauf zu achten, wo die Einheimischen essen. Vorsicht ist außerdem bei endlos langen Speisekarten angebracht, die gleichzeitig jeden internationalen Geschmack bedienen wollen.
Was man in Alicante bei Regen unternehmen kann
Regen muss den Besuch nicht vollständig ruinieren. Märkte, Museen, Gastronomie und einige historische Sehenswürdigkeiten ermöglichen es, den Tag neu zu gestalten.
Allerdings ist Alicante eine Stadt, deren Charakter sich besonders im Freien entfaltet. Wenn schlechtes Wetter einen Großteil eines sehr kurzen Aufenthalts bestimmt, geht zwangsläufig ein wichtiger Teil des Erlebnisses verloren.
Alicante mit Kindern
Die Kombination aus Strand, vergleichsweise einfachen Spaziergängen und Aktivitäten im Freien macht Alicante zu einem guten Reiseziel für Familien.
Der größte Gegner im Sommer ist die Hitze. Die Burg zu besichtigen, stundenlang zu Fuß unterwegs zu sein und anschließend mitten am Tag noch weitere Programmpunkte einzuplanen, kann aus einem guten Plan schnell einen anstrengenden Tag machen.
Mit Kindern funktioniert meist ein weniger ambitioniertes Tempo besser: eine wichtige Besichtigung, Zeit am Strand und genügend Pausen.
Alicante zu zweit
Alicante braucht keine aufwendigen Attraktionen, um sich für eine Reise zu zweit zu eignen. Ein Spaziergang bei Sonnenuntergang, ein entspanntes Abendessen, die Aussicht von oben und ein Tag am Mittelmeer reichen problemlos für ein schönes Wochenende.
Wer ausschließlich abgelegene Hotels, einsame Buchten und absolute Ruhe sucht, nutzt Alicante vielleicht besser als Ausgangspunkt, um andere Orte in der Provinz zu erkunden.
Kostenlose Unternehmungen in Alicante
Ein beträchtlicher Teil des Reizes der Stadt besteht gerade aus Erlebnissen, für die man den Tagesplan nicht mit Eintrittskarten füllen muss.
Durch Santa Cruz spazieren, über die Explanada schlendern, auf das Mittelmeer blicken, am Hafen entlanggehen oder verschiedene Ecken des Zentrums entdecken – all das ermöglicht es, Alicante auch mit begrenztem Budget zu genießen.
Entscheidend ist, gutes Reisen nicht mit möglichst vielen Programmpunkten zu verwechseln.
Was lohnt sich in Alicante wirklich?
Für einen ersten Besuch bietet sich eine ausgewogene Kombination aus der Burg Santa Bárbara, dem Viertel Santa Cruz, der Altstadt, der Explanada de España, lokaler Gastronomie und etwas Zeit am Strand an. Wer mehr Tage zur Verfügung hat, kann zusätzlich Tabarca, San Juan und weitere Ausflüge in der Provinz einplanen.
Alicante wird vermutlich diejenigen enttäuschen, die eine Stadt voller monumentaler Sehenswürdigkeiten oder menschenleere Stadtstrände im August erwarten. Doch genau darum muss die Stadt auch nicht konkurrieren.
Ihr Reiz liegt woanders.
Er liegt darin, aus einer schmalen Gasse zu treten und plötzlich das Blau des Mittelmeers vor sich zu sehen. Darin, vom Benacantil auf die Stadt hinabzublicken. Unter Palmen spazieren zu gehen, wenn die Sonne langsam an Kraft verliert. Sich vor ein Reisgericht zu setzen, ohne das Gefühl zu haben, anschließend noch fünf weitere Sehenswürdigkeiten abhaken zu müssen.
Alicante genießt man am besten, wenn zwischen den einzelnen Plänen etwas Raum bleibt.
Und vielleicht ist genau das eine der besten Unternehmungen überhaupt: sich zu erlauben, ein wenig langsamer zu reisen.


