Wo man Okonomiyaki in Hiroshima probieren kann
Dieses Gericht steht wie kein anderes für die Stadt. Anders als bei anderen japanischen Varianten werden die Zutaten schichtweise gegart: eine dünne Teigbasis, reichlich Kohl, Sojasprossen, Fleisch, Ei und Soba- oder Udon-Nudeln. Zum Schluss kommt eine dunkle, süß-würzige Sauce darüber, deren Duft über der heißen Platte hängen bleibt.
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Am besten sitzt man direkt an der Theke vor dem Teppan und beobachtet, wie der Koch jede Schicht anhebt, wendet und zusammendrückt. Die klassische Variante reicht meist völlig aus. Austern, Tintenfisch, Käse oder Frühlingszwiebeln können das Gericht bereichern, aus einer ohnehin üppigen Mahlzeit aber auch schnell zu viel machen.
Okonomi-mura in Shintenchi vereint derzeit 23 spezialisierte Lokale. Für eine erste Begegnung mit dem Gericht ist der Ort praktisch, lebhaft und gut geeignet, um verschiedene Theken miteinander zu vergleichen. Gleichzeitig gehört er aber auch zu den touristischsten Adressen der Stadt.
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Wer ein alltäglicheres Erlebnis sucht, sollte sich ein paar Straßen von den großen Einkaufsachsen entfernen und ein kleines Nachbarschaftslokal betreten. Dort wird nicht zwangsläufig raffinierter gekocht, doch meist wartet man kürzer und kommt natürlicher mit der Person in Kontakt, die das Essen zubereitet.
Austern aus Hiroshima
Austern werden in der Schale gegrillt, frittiert, überbacken, im Okonomiyaki verarbeitet oder mit Reis serviert. Traditionell gelten die Wintermonate als beste Saison, da die Austern dann meist besonders fleischig sind. Einige Sorten werden jedoch das ganze Jahr über angeboten.
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Auf Miyajima gibt es zahlreiche Stände, an denen sie direkt vor den Augen der Besucher zubereitet werden. Ein oder zwei Austern beim Rundgang über die Insel zu probieren, ist ein Vergnügen. Wer jedoch eine Variante nach der anderen mit Käse, Saucen und Panade bestellt, überdeckt schnell den Eigengeschmack und treibt den Preis des Mittagessens unnötig in die Höhe.
Wer die Konsistenz wirklich erleben möchte, ist mit schlicht gegrillten oder frittierten Austern meist besser beraten als mit aufwendig überladenen Zubereitungen.
Anago-meshi: Meeraal auf Reis
Anago-meshi gehört zu den traditionellen Gerichten von Miyajima und Miyajimaguchi. Der Meeraal wird gegrillt und auf Reis gelegt, der in einer aus dem Fisch selbst zubereiteten Brühe gegart wurde. Das Ergebnis ist fein, leicht süßlich und weniger fett als Flussaal.
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Das Gericht kostet in der Regel mehr als eine Schale Nudeln oder ein Okonomiyaki. Deshalb lohnt es sich, dafür eine ruhige Mahlzeit einzuplanen. Im Sitzen und ohne Eile lässt es sich deutlich besser genießen als hastig zwischen zwei Besichtigungen.
Shirunashi Tantanmen
Diese Nudeln ohne Brühe sind eine günstige, schnelle und ausgesprochen lokale Wahl. Sie werden mit Hackfleisch, Chiliöl und japanischem Pfeffer serviert, der im Mund ein aromatisches, leicht betäubendes Gefühl erzeugt. In vielen Lokalen kann man den Schärfegrad selbst wählen.
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Das Gericht ist eine gute Alternative, wenn man etwas Leichteres als noch ein Okonomiyaki essen möchte. Am besten beginnt man mit einer mittleren Schärfe, denn die Intensität des japanischen Pfeffers lässt sich nicht immer mit der Schärfe westlicher Chilischoten vergleichen.
Koune, Fisch aus Setouchi und regionaler Sake
In Izakaya findet man häufig Koune, einen dünn aufgeschnittenen Teil vom Rind, der meist mit Salz und Zitrone gegrillt wird. Empfehlenswert sind außerdem Fisch aus dem Seto-Binnenmeer, Oktopus, Meerbrasse und kleine saisonale Gerichte.
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Sake aus der Präfektur, insbesondere aus Saijo, hat häufig ein mildes Geschmacksprofil, das mit dem dort verwendeten weichen Wasser in Verbindung gebracht wird. Wer ihn nicht nur in einem einzelnen Glas kennenlernen möchte, findet in Saijo und seiner Brauereistraße ein eigenständiges kulinarisches Erlebnis.
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Hatchobori, Hondori und Shintenchi
Für den ersten Abend ist dies die unkomplizierteste Gegend. Hier konzentrieren sich Okonomiyaki-Restaurants, Tavernen, Nudellokale und Betriebe, die bis spät in die Nacht geöffnet sind. Die Auswahl ist groß, allerdings gibt es auch mehr touristische Beschilderung und Warteschlangen.
Der Vorteil liegt in der Vielfalt. Der Nachteil besteht darin, dass man leicht im erstbesten sichtbaren Lokal landet, ohne Atmosphäre, Speisekarte oder Spezialität zu vergleichen.
Nagarekawa
Nach Einbruch der Dunkelheit zeigt Nagarekawa eine erwachsenere Seite Hiroshimas: beleuchtete Gassen, Izakaya, Bars, Fischrestaurants und kleine spezialisierte Küchen. Das Viertel eignet sich gut, um mehrere Gerichte miteinander zu teilen, statt nur eine einzige Spezialität zu bestellen.
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Am Wochenende kann es laut werden, und nicht bei jedem Lokal ist von außen sofort erkennbar, was einen erwartet. Ein Blick auf die ausgestellten Speisen und die Gäste sowie die Wahl einer gut besuchten Theke mit regelmäßigem Wechsel funktionieren meist besser, als dem aufdringlichsten Anwerber zu folgen.

Ekinishi
Westlich des Südausgangs des Bahnhofs liegt Ekinishi, ein kleines Viertel mit alten Häusern, die in Bars und Restaurants umgewandelt wurden. Es hat sich eine enge, leicht nostalgische Atmosphäre bewahrt. In den winzigen Lokalen essen Angestellte, Reisende und junge Gruppen zu Abend.
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Ekinishi gehört zu den Vierteln mit dem meisten Charakter, ist aber nicht unbedingt die bequemste Wahl für größere Gruppen, Kinderwagen oder Reisende, die geräumige und ruhige Lokale bevorzugen.
Bahnhof Hiroshima und ekie
Der direkt mit dem Bahnhof verbundene ekie-Komplex vereint Okonomiyaki-Restaurants, Austerngerichte, Lebensmittelgeschäfte und kulinarische Souvenirs. Er ist praktisch bei der Ankunft, vor einer Zugfahrt oder an einem Regentag.
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Die persönliche Atmosphäre einer kleinen Nachbarschaftstheke bietet er nicht. Dafür erspart man sich zusätzliche Wege und kann regionale Spezialitäten anhand leichter verständlicher Speisekarten probieren.
Miyajima Omotesando
Die Einkaufsstraße auf dem Weg zum Itsukushima-Schrein ist von Ständen mit Austern, Meeraal und Momiji Manju gesäumt, einem Gebäck in Form eines Ahornblatts. Die Straße ist rund 350 Meter lang und gleichermaßen zum Essen wie zum Souvenirkauf gedacht.
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Zum Probieren kleiner Snacks ist sie angenehm, aber nicht unbedingt der beste Ort für jede Mahlzeit des Tages. Die auffälligsten Betriebe bezahlen ihre bevorzugte Lage mit größerem Andrang und bisweilen höheren Preisen.
Wie man in Hiroshima günstig essen kann
Ein einfaches Okonomiyaki, Shirunashi Tantanmen und kleine Nudelrestaurants bieten meist das beste Verhältnis von Preis und Sättigung. Auch Mittagsmenüs sind oft günstiger als ausgedehnte Abendessen in einem Izakaya.
Wer sparen möchte, ohne auf die lokale Küche zu verzichten, sollte abwechseln: mittags ein sättigendes Hauptgericht, am Nachmittag eine kleine Spezialität von einem Straßenstand und abends mehrere Gerichte zum Teilen. Austern, Fleisch, Alkohol und Okonomiyaki in einer einzigen Mahlzeit zu bestellen, kann die Rechnung schnell erhöhen und hinterlässt eher ein Gefühl der Überfülle als der Entdeckung.
Touristenfallen und häufige Fehler
Okonomi-mura ist wegen seiner Atmosphäre einen Besuch wert, doch mehr als einmal muss man dort nicht essen. In der ganzen Stadt gibt es weniger bekannte Grillplatten.
Auf Miyajima sind die spektakulärsten Produkte nicht immer diejenigen, die die lokale Küche am besten ausdrücken. Eine schlicht zubereitete Auster oder ein gutes Anago-meshi bleiben oft stärker in Erinnerung als eine Kombination, die vor allem für Fotos Aufmerksamkeit erregen soll.
Außerdem sollte man nicht gleich zu Beginn zu viele Gerichte bestellen. Okonomiyaki nach Hiroshima-Art ist groß, kompakt und deutlich sättigender, als es während der Zubereitung aussieht.
Schließlich eignen sich nicht alle Spezialitäten zu jeder Jahreszeit gleich gut. Der Winter ist besonders günstig für Austern. In den warmen Monaten können dagegen die Hitze der Grillplatte, die hohe Luftfeuchtigkeit und sehr schwere Mahlzeiten schnell anstrengend werden.
Für wen lohnt sich das Essen in Hiroshima?
Hiroshima belohnt alle, die unkomplizierte Küche, kleine Theken, kräftige Aromen und den direkten Kontakt zum Koch mögen. Auch für Alleinreisende ist die Stadt angenehm: Viele Lokale sind um eine Theke herum angeordnet, und nicht jede Mahlzeit muss zu einem feierlichen Ereignis werden.
Weniger begeistern dürfte sie Reisende, die leichte Küche, ruhige Räume oder eine große Auswahl an vegetarischen Gerichten suchen. Bei manchen Speisen lässt sich das Fleisch weglassen, doch Saucen, Brühen und Beilagen können weiterhin tierische Zutaten enthalten. Deshalb sollte man ausdrücklich nachfragen.
Die beste Art, in Hiroshima zu essen, besteht nicht darin, eine Liste abzuarbeiten. Sie besteht darin, dem Zischen der Grillplatte zuzuhören, weniger zu bestellen, als die Augen verlangen, und Raum dafür zu lassen, dass die Stadt Gericht für Gericht zeigt, wie viel Erinnerung und Charakter in ihrer Küche stecken.


