Bevor du aufbrichst: Wähle für jeden Tag ein Gebiet
Der Canal Grande hilft bei der Orientierung, doch du kannst ihn nicht von Anfang bis Ende zu Fuß begleiten. Überlege vor dem Aufbruch, welches Ufer und welches Viertel du erkunden möchtest. Für einen ersten Besuch bietet es sich an, San Marco und Rialto zu verbinden, Dorsoduro für einen anderen Tag aufzuheben und Cannaregio, Castello oder die Inseln einzuplanen, wenn du mehr Zeit hast.
Informiere dich über die Besuchsbedingungen der Sehenswürdigkeiten, die du sehen möchtest, und entscheide, welche davon in deinen Tag passen. Wenn du den Plan mit Besichtigungen in Gebäuden füllst, siehst du dazwischen kaum etwas von der Stadt. Lässt du alle aus, bleiben dir womöglich vor allem die Fassaden in Erinnerung und ein Teil ihrer Geschichte entgeht dir.
Ein Tag: San Marco, Rialto und eine letzte Entscheidung
Beginne auf dem Markusplatz und sieh dir an, wie Basilika, Dogenpalast und Lagune zueinander liegen. Besuche eines der beiden Bauwerke von innen, wenn dich seine Architektur oder Geschichte wirklich interessiert. Beide ausführlich zu besichtigen und danach noch die halbe Stadt zu durchqueren, lässt womöglich kaum Zeit für einen Spaziergang.
Von dort gehst du durch die verbindenden Gassen in Richtung Rialto. In diesem Teil Venedigs ist viel los. Zugleich zeigt sich hier, wie sich die Wege der Besucher kreuzen, die zum ersten Mal in der Stadt sind. Auf der Brücke lohnt sich ein Halt mit Blick auf den Canal Grande, bevor du weitergehst.
Für den Rest des Tages triff eine Entscheidung: Geh weiter nach Cannaregio, wenn du deinen Spaziergang in einem anderen Viertel fortsetzen möchtest. Oder wechsle nach Dorsoduro, wenn du den Tag am Ufer der Zattere ausklingen lassen willst. Beides ist nicht nötig. An einem einzigen Tag bringt es mehr, einen Weg aufmerksam zu erkunden, als einen bekannten Ort nach dem anderen abzuhaken.
Zwei Tage: Verbringe den zweiten in Dorsoduro
Wenn du San Marco und Rialto bereits gesehen hast, kannst du den zweiten Tag an der Accademia-Brücke beginnen. Dorsoduro eignet sich für einen Tag mit Kunst, Spaziergängen und Blicken aufs Wasser. Die Gallerie dell’Accademia sind eine Möglichkeit, die venezianische Malerei kennenzulernen. Wenn du lieber weitergehst, kannst du zur Basilika Santa Maria della Salute laufen und anschließend den Zattere folgen.
Entscheidend ist, wie viel Zeit du in Gebäuden verbringen möchtest. Ein Museum in Ruhe zu besuchen lässt Platz, um auch das Viertel kennenzulernen; mehrere hintereinander machen den Tag zu einer Folge von Ein- und Ausgängen. Dorsoduro bildet zudem einen Gegenpol zur Gegend um San Marco: Seine Gassen und Kanalufer sind einen Besuch wert, ohne dass du ständig nach der nächsten großen Sehenswürdigkeit suchen musst.
Drei Tage: Viertel oder Inseln, je nachdem, was dich interessiert
Für den dritten Tag bieten sich zwei unterschiedliche Pläne an. Wenn du die Stadt weiter zu Fuß kennenlernen möchtest, erkunde Cannaregio und die Gegend um das ehemalige jüdische Ghetto. Danach kannst du nach Castello weitergehen. Seine Gassen führen dich über die Orte hinaus, auf die sich ein erster Besuch meist konzentriert. Diese Route passt zu dir, wenn du den Wechsel zwischen Gassen, Plätzen und Kanälen magst.
Wenn dich das Handwerk reizt und du eine andere Seite der Lagune sehen möchtest, widme den Tag den Inseln. Auf Murano kannst du dich mit der Glastradition beschäftigen; Burano bietet ein anderes Stadtbild. Prüfe vor der Abfahrt die Verbindungen und füge nicht nur deshalb weitere Inseln hinzu, um sie auf der Karte abzuhaken. Die Fahrten gehören zum Tagesprogramm. Bei drei Tagen in Venedig ist es meist lohnender, zwischen Vierteln und Inseln zu wählen, als beide Pläne in Eile unterzubringen. Das Foto zeigt bunte Häuser am Wasser, von einem Boot in der Lagune aus gesehen. Es veranschaulicht die Möglichkeit, den dritten Tag auf einer Insel wie Burano zu verbringen, nicht eine vorgeschriebene Route über alle Inseln.

Eine Woche: Kehre zurück, vergleiche und erweitere deine Karte
In einer Woche kannst du San Marco, Dorsoduro, Cannaregio und Castello auf einzelne Tage verteilen und Besichtigungen mit Spaziergängen abwechseln. Auch Murano und Burano können jeweils einen eigenen Tag bekommen. Torcello kommt infrage, wenn dich die Geschichte der Lagune interessiert. Der Lido bietet einen weiteren Szenenwechsel: Nimm ihn in deinen Plan auf, wenn du Venedigs Verbindung zur Küste kennenlernen möchtest, nicht nur, um noch eine Insel hinzuzufügen.
Halte einen Tag ohne feste Route frei. Kehre in ein Viertel zurück, das dir gefallen hat, besuche eine Kirche, für die zuvor keine Zeit war, oder überquere den Canal Grande, um einen vertrauten Ort vom anderen Ufer aus zu betrachten. Dieser Spielraum ist auch für Menschen nützlich, die in der Nähe wohnen: Statt bei jedem Besuch alle großen Sehenswürdigkeiten erneut abzulaufen, können sie für einen kürzeren Ausflug eine Ausstellung, eine Insel oder ein einziges Viertel wählen.
Zu Fuß, auf dem Wasser und im richtigen Moment eine Pause machen
Zu Fuß unterwegs zu sein gehört zu Venedig, doch die Kanäle verlangen oft Umwege. Wasserbusse sind praktisch, um zwischen Stadtteilen zu wechseln oder die Inseln zu erreichen. Bei kurzen Strecken lohnt es sich, zuerst auf die Karte zu schauen und die Möglichkeiten zu vergleichen. Routen und Bedingungen können sich ändern. Prüfe sie deshalb für den jeweiligen Tag, besonders wenn du auf einen Anschluss angewiesen bist.
Plane nicht mehrere weit voneinander entfernte Besichtigungen hintereinander. Lass Zeit, um dich hinzusetzen, etwas zu essen und den richtigen Weg zu finden, ohne ständig auf die Uhr zu sehen. Eine Pause ist dann sinnvoll, wenn sie dir Zeit für einen Besuch lässt, der dir wichtig ist, statt selbst zum nächsten Pflichtpunkt zu werden.
Wenn es regnet oder sich deine Pläne ändern
Regen kann eine Gelegenheit sein, mehr Zeit in einem Museum oder einer Sehenswürdigkeit zu verbringen, die du dir als Möglichkeit offengehalten hast. Die Gallerie dell’Accademia und der Dogenpalast sprechen unterschiedliche Interessen an: Wähle danach, ob du dich eher mit Kunst oder mit der politischen Geschichte der Stadt befassen möchtest. Informiere dich vorher über die Besuchsbedingungen.
Wenn schlechtes Wetter einen Inseltag beeinträchtigt, tausche ihn gegen einen Tag in der Stadt, sofern deine Reise das zulässt. Und wenn dich ein Viertel länger fesselt als erwartet, bleib dort. Der Reiseplan soll dir bei Entscheidungen helfen und dich nicht dazu zwingen, einen Ort für den nächsten zu verlassen.
