Zürich-Reiseführer

Was man in Zürich unternehmen kann: Erlebnisse, die sich lohnen – und andere, die man mit Bedacht wählen sollte

Wer wissen möchte, was man in Zürich unternehmen kann, sollte die Stadt nicht mit falschen Erwartungen betreten. Zürich ist keine Stadt der großen Effekte. Ihr Reiz ist leiser: sauberes Wasser, pünktliche Trams, zurückhaltende Fassaden, Kirchtürme, die sich in der Limmat spiegeln, und ein Gefühl von Ordnung, das elegant oder allzu kontrolliert wirken kann.

Eine urbane, kultivierte und sehr lebenswerte Schweiz

Um Zürich zu genießen, sollte man nicht an jeder Ecke nach einer „spektakulären“ Stadt suchen, sondern nach einer urbanen, kultivierten und sehr lebenswerten Schweiz. Zürich lohnt sich, wenn man Spaziergänge am See, Museen, historische Architektur, Design, Schokolade, klare Ausblicke und ruhige Unternehmungen schätzt. Enttäuschen kann die Stadt, wenn man intensives Straßenleben, moderate Preise oder eine übermäßig monumentale Stadt erwartet.

  • Beginnen Sie in der Altstadt und gehen Sie anschließend weiter zur Limmat und zum Zürichsee.
  • Der Uetliberg lohnt sich vor allem bei guter Sicht; bei Nebel oder Regen verliert er viel von seinem Reiz.
  • Zürich genießt man am besten ohne Eile: Kultur, Wasser, Viertel, Ruhe und gut gewählte Unternehmungen.
  • Was man in Zürich unternehmen kann: die wichtigsten Sehenswürdigkeiten

    Der erste Spaziergang sollte in der Altstadt beginnen. Ihre engen Gassen führen zwischen mittelalterlichen Häusern, kleinen Plätzen, eleganten Geschäften und Cafés auf und ab, in denen alles bis auf den Millimeter geordnet wirkt. Es ist kein riesiges historisches Zentrum, aber eines, das sich sehr angenehm ohne Eile erkunden lässt.

    Drei Kirchen prägen die Silhouette der Stadt: das Grossmünster mit seinen Zwillingstürmen, das Fraumünster, berühmt für seine Glasfenster, und St. Peter mit einer der großen Uhren der Stadt. Der Bereich entlang der Limmat, mit seinen Brücken und den sich im Wasser spiegelnden Fassaden, ist bei einem ersten Besuch wahrscheinlich eines der schönsten Bilder Zürichs. Auch das Tourismusbüro hebt die Altstadt, Aussichtspunkte, Stadtparks und Orte mit Bezug zur lokalen Geschichte als wesentliche Bestandteile des Stadterlebnisses hervor.

    Danach sollte man hinunter zum Zürichsee gehen. An klaren Tagen öffnet das Wasser die Stadt und lässt sie leichter wirken. Die Seepromenade, besonders in Richtung Bürkliplatz, Bellevue und Zürichhorn, macht verständlich, warum viele Reisende Zürich eher wegen seiner Atmosphäre als wegen eines bestimmten Monuments in Erinnerung behalten.

    Aktivitäten in Zürich, die sich wirklich lohnen

    Eine der besten Entscheidungen ist ein Ausflug auf den Uetliberg, den Hausberg Zürichs. Dafür braucht es kein großes Abenteuer: Es ist ein unkomplizierter, aussichtsreicher und sehr lohnender Plan, wenn der Himmel klar ist. Von oben sieht man die Stadt, den See und mit etwas Glück eine Linie der Alpen am Horizont. Besonders lohnend ist der Ausflug bei guter Sicht; bei Nebel oder Regen verliert er einen großen Teil seines Reizes.

    Auch eine Bootsfahrt auf dem See lohnt sich. Es muss nicht immer die längste Route sein: Die Schifffahrtsgesellschaften bieten Fahrten unterschiedlicher Dauer an, von kurzen Strecken bis hin zu längeren Rundfahrten. Im Sommer gibt es mehr Verbindungen, während das Angebot im Frühling, Herbst und Winter eingeschränkt sein kann.

    Für Kunstliebhaber ist das Kunsthaus Zürich eine verlässliche Adresse, besonders bei Regen oder Kälte. Üblicherweise ist es von Dienstag bis Sonntag geöffnet und montags geschlossen, mit verlängerten Öffnungszeiten am Donnerstag. Vor dem Besuch sollte man die Zeiten jedoch prüfen, da sie sich an Feiertagen ändern können.

    Empfehlenswerte Ausflüge ab Zürich

    Zürich eignet sich sehr gut als Ausgangspunkt für Ausflüge, auch wenn sich nicht alle lohnen, wenn man nur wenig Zeit hat. Wer nur zwei Tage bleibt, fährt vielleicht besser damit, in der Stadt zu bleiben, statt die Reise in einen Wettlauf zu verwandeln.

    Der naheliegendste Ausflug führt nach Rapperswil am Ende des Sees, je nach Saison und Fahrplan kombinierbar mit Schiff oder Zug. Es ist ein schöner, ruhiger und sehr schweizerischer Ausflug mit Schloss, Uferpromenade und einer weniger urbanen Atmosphäre.

    Eine weitere beliebte Option ist Luzern, das eine klassischere Schweizer Postkartenkulisse bietet: überdachte Brücke, See, nahe Berge und eine sehr fotogene Altstadt. Wer ein alpineres und romantischeres Bild sucht als das von Zürich, dem gefällt Luzern vielleicht sogar noch besser.

    Für Familien oder Schokoladenliebhaber ist das Lindt Home of Chocolate in Kilchberg meist ein einfacher Ausflug von der Stadt aus. Es ist weder ein Geheimtipp noch eine alternative Erfahrung, kann aber unterhaltsam sein, wenn es zum eigenen Reisestil passt.

    Was man in Zürich bei Regen unternehmen kann

    Bei Regen kann Zürich grau und etwas streng wirken, doch an Unternehmungen mangelt es nicht. Das Schweizerische Nationalmuseum ist eine der besten Optionen, um Geschichte, Kultur und Design des Landes kennenzulernen. Üblicherweise ist es von Dienstag bis Sonntag geöffnet, montags geschlossen und donnerstags länger zugänglich.

    Das Kunsthaus ist ebenfalls eine sichere Wahl, besonders für alle, die mehrere Stunden der Kunst widmen möchten, ohne das Gefühl zu haben, den Tag bloß „zu füllen“. Auch historische Cafés, Designläden, kleine Galerien und die Einkaufspassagen im Zentrum funktionieren gut.

    Wer mit Kindern reist, kann selbst bei unbeständigem Wetter den Zoo Zürich in Betracht ziehen, besonders wegen Bereichen wie dem Masoala Regenwald. Der Zoo ist an jedem Tag des Jahres geöffnet, mit längeren Öffnungszeiten von März bis Oktober und kürzeren von November bis Februar.

    Kostenlose Unternehmungen in Zürich

    Zürich ist teuer, aber nicht alles kostet Eintritt. Ein Spaziergang durch die Altstadt, das Überqueren der Limmatbrücken, ein Bummel am See, der Aufstieg zu einigen städtischen Aussichtspunkten oder ein Rundgang durch Viertel wie Zürich-West ermöglichen es, die Stadt zu genießen, ohne allzu viel auszugeben.

    Es lohnt sich auch, die Parks am Wasser aufzusuchen, sich auf eine Bank mit Blick auf den See zu setzen und dieses zurückhaltende lokale Leben zu beobachten: lesende Menschen, Fahrräder, Boote, Familien, tadellos gekleidete Geschäftsleute und Studierende, die entspanntere Ecken zu kennen scheinen, als die Stadt zunächst preisgibt.

    Der wertvollste kostenlose Plan ist, nicht mehr zu hetzen. Zürich genießt man am besten, wenn man nicht versucht, es wie eine monumentale Hauptstadt auszupressen.

    Was tun mit Kindern in Zürich?

    Mit Kindern ist Zürich angenehm, sauber und leicht zu erkunden, wenn auch teuer. Der Zoo Zürich ist wahrscheinlich der umfassendste Familienausflug. Auch Bootsfahrten, der See im Sommer, Parks und einige interaktive Museen funktionieren gut.

    Der größte Nachteil ist das Budget: Essen, Eintrittskarten und Verkehrsmittel können sich schnell summieren. Für Familien lohnt es sich, den Tag gut zu planen und nicht zu viele kostenpflichtige Aktivitäten spontan einzubauen.

    Was tun als Paar?

    Zürich funktioniert gut für Paare, die eine elegante, ruhige und leicht anspruchsvolle Auszeit suchen. Ein Spaziergang bei Sonnenuntergang am See, ein sorgfältig ausgewähltes Abendessen, ein Drink in Zürich-West oder ein Vormittag im Museum können eine sehr angenehme Reise ergeben.

    Die leidenschaftlichste oder spontanste Stadt Europas ist Zürich allerdings nicht. Ihre Romantik ist sauber, ruhig, fast zurückhaltend. Für manche Paare ist das ideal; anderen kann es zu geordnet erscheinen.

    Was tun am Abend?

    Das Zürcher Nachtleben ist nicht ausschweifend, aber es existiert. Zürich-West gehört zu den interessantesten Gegenden zum Ausgehen: ehemalige Industrieareale, Restaurants, Bars, zeitgenössische Kultur und eine jüngere Energie als in der Altstadt. Das Tourismusbüro beschreibt dieses Viertel als beliebtes Gebiet, in dem Theater, Gastronomie, Jazz und Kulturorte nebeneinander bestehen.

    Auch in der Nähe der Altstadt gibt es Bars sowie kulturelle Angebote wie Konzerte, Oper oder Theater. Allerdings kann Ausgehen in Zürich teuer sein, und wer eine überschäumende Partyszene sucht, findet die Stadt womöglich zu brav.

    Was lohnt sich weniger?

    Die Bahnhofstrasse beeindruckt durch Luxus und makellose Gepflegtheit, doch wenn einen teures Shopping nicht interessiert, bleibt sie vielleicht nur ein kurzer Spaziergang. Auch sollte man sich nicht darauf versteifen, alle Museen zu sehen: Zürich macht mehr Freude, wenn man Kultur, Wasser, Viertel und Ruhe miteinander verbindet.

    Der häufigste Fehler besteht darin, aus Zürich eine günstige oder besonders intensive Stadt machen zu wollen. Das ist sie nicht. Zürich verlangt einen anderen Rhythmus: auf den Fluss schauen, in ein Museum gehen, auf einen Hügel steigen, in Ruhe etwas trinken und akzeptieren, dass ein Teil ihres Reizes gerade in dem liegt, was nicht laut ist.

    Zürich verlangt einen anderen Rhythmus: auf den Fluss schauen, in ein Museum gehen, auf einen Hügel steigen und in Ruhe etwas trinken.
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